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Mit neuem, knackigem Album

Faith No More kommen zu Rockavaria 2015

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Die Stimme sitzt immer noch: Frontmann Mike Patton (47) schmeichelt, schreit und swingt wie eh und je.

München - Nach 18 Jahren kehrt die Band Faith No More beim Rockavaria-Festival in München auf die Bühne zurück. Mit im Gepäck haben die Rocker mit Top-Erfolgen in den 90ern ein neues, knackiges Album.

Faith No More sind nicht zu fassen – und genau deshalb steht man vor ihrer Musik so fassungslos. 18 Jahre lang haben sie kein Album mehr gemacht, die Band war schon mausetot. Und jetzt? Neugründung 2009, und jetzt brettern sie ein neues Album raus und kommen zu Rockavaria (siehe unten).

Der Fan der Anarcho-Alternative-Rocker mit Top-Erfolgen in den 90ern braucht den Glauben an die Combo um den Stimmakrobaten Mike Patton (47) nicht zu verlieren: Die Combo hat ihre urwüchsige Lust am Musikmachen gegen den Strich nicht verloren. Okay, das neue Album Sol invictus ist kaum mehr als halb so lang wie die Knaller "Angel Dust" und "King For A Day" … aus den 90ern. Aber die neuen zehn Songs atmen beste Faith-Höhenluft. Wer stellt sonst schon den CD-titelgebenden Song gleich zu Beginn? Und dann ist das Ding gerade mal zweieinhalb Minuten lang? Da ist er, dieser schräge Humor einer Band, die sich dem Mainstream verweigert, sich nicht so wichtig nimmt, mit Klischees spielt und Vertracktes liebt.

Neues Album von Fait No More klingt abgeklärter, wohldosierter, ökonomischer

Und so geht’s nach guter alter Manier voller Brüche und Widerhaken voran. Sicher ist nur, dass nix sicher ist. Immer wieder führen uns Faith No More auf falsche Fährten und drehen und eine lange Nase – ätsch, alles anders, als du glaubst.

Klar ist allerdings, dass die alternativen Amis nicht mehr die ganz große Emotionskeule rausholen. Schock-Effekte, die berühmten Gänsehaut-Gruselschreie Pattons wie anno dunnemals findet man kaum noch. Der fatale, wohl organisierte Höllenlärm etwa von Malpractice (auf Angel Dust) ist Geschichte. Alles klingt abgeklärter, wohldosierter, ökonomischer als die Vorgänger-Schei­ben. Dennoch: Da sind immer noch vier Lausbuben am Werk, die in ihrem Sound-Sandkasten die schrägsten Förmchen auspacken und Burgen bauen, die zwar furchtbar schief sein können, aber niemals einstürzen.

Wir nehmen "Sol invictus" jetzt mal als erste Reanimation der mittelalten Männer. Ein Kurzstreckenlauf von knapp 40 Minuten. Und hoffen inbrünstig: Da kommt noch mehr.

M. Bieber

Rockavaria: So geht’s zum Rock-Festival

Vom 29. bis 31. Mai findet das Rockavaria auf dem Olympiagelände auf drei Bühnen statt: im Stadion, in der Olyhalle und dem Theatron. Faith No More treten am Sonntag von 18.30 Uhr bis 19.45 Uhr auf – danach übernehmen die Kollegen von Metallica. Los geht’s täglich um 13.15 Uhr, neben den Acts ­Muse, Kiss und Metallica sind u.a. auch Judas Priest und Accept mit dabei. Tageskarte ab 85, Dreitageskarte ab 179 Euro, Tel. 54 81 81 81.

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