Konzertkritik

Florence + The Machine in der Olyhalle: Meisterin der Körpersprache

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Wie ein Flummi: Florence in der Olympiahalle.

München - Körpersprache ist ja so eine Sache. Vor allem wenn es um Musik geht. Und wenn sie jemand drauf hat, dann Flo Welch: die Konzertkritik zu Florence + The Machine in der Olympiahalle.

Schon beim Opener What the water gave me Mittwoch Abend in der Oly hat man den Eindruck, dass der Frontdame von Florence und ihrer Maschine (mit Harfe!) jeder Ton durch Mark und Bein geht. Sie zuckt, schließt die Augen, bewegt ihre zarten, elfengleichen Finger im Takt – so manch einer könnte meinen, es hätte backstage etwas mehr als Obst und Wasser gegeben. Aber nein, es ist nur die Musik. Flos Musik.

Na gut, auch sie selbst. Die 29-jährige Britin steigt barfuß auf die Bühne, komplett umgeschminkt und im stiltreuen ABBA-Look. Und wie sie so dasteht, in ihren weißen Schlaghosen, mit ihrer wallenden roten Mähne und alles von How Big, How Blue, How Beautiful (neue Scheibe) bis zu You've Got The Love (alte Platte) ins Mikro schmettert, weiß man nicht: Ist das da Janis Joplin oder doch Agnetha Fältskog? Nein, es ist Flo! Und die Maschine!

Die nicht komplett ausverkaufte Oly jedenfalls hat Spaß. Und Flo auch. Sie sprintet von einer Ecke der Bühne zur anderen, hüpft wie ein Flummi und dreht sich wie ein Kreisel – ihrer Stimme, die zweifelsohne in der Adele-Liga mitspielt, tut das jedoch keinen Abbruch. Sie sitzt bei Klassikern wie Shake It Out oder bei ganz alten Stücken wie Cosmic Love. Und auch wenn Flo mit ihren Händen ein Herz formt und das Publikum darum bittet, die Handys kurz auszuschalten und sich nur auf das Herz zu konzentrieren, kommt der ein oder andere doch nicht drum herum, die Kamera anzuschalten. Kein Wunder: Woodstock im Jahre 2015, und das noch in der Oly und mit so einer Wucht von Frau wie Flo – das ist ein Foto wert. Mehrere sogar.

lop

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