Die Premieren im Überblick

Gärtnerplatz-Intendant stellt die neue Saison vor

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Gärtnerplatztheater-Intendant Josef E.Köpplinger.

München - "Wir wissen genau, was wir sind und sein wollen: Münchens Volksoper.“ Das sagt der Gärtnerplatztheater-Intendant Josef E.Köpplinger bei der Vorstellung des Programms für 2014/15.

Er steht vor seiner dritten Saison auf Wanderschaft, ohne festes Haus, das ja saniert wird. Was anfangs nicht sicher war – ob ihm das Publikum in die acht über die Stadt verstreuten Spielstätten folgen würde –, hat sich positiv entschieden. Die prächtigen Auslastungszahlen beweisen es. Fast alles war zwischen 90 und 100 Prozent ausverkauft. „Bitte halten Sie uns weiterhin die Stange“, sagt der Intendant der tz.

Man meldet einen Abo-Anstieg von zehn Prozent. Köpplinger hofft, dass auch beim neuen Programm „der Germknödel aufgeht“ und er, wenn’s denn endlich ins neu umgebaute Haus geht, ein gut Teil Repertoire beisammen hat.

Wann ist der Einzug? Geschäftsführer Max Wagner berichtet: „Wir sind die Gewinner des milden Winters und daher mit dem Bau zwei Monate vor der Planung“.

Ende 2015 gibt es einen vorgezogenen Spielbetrieb und – hoffentlich – zur Spielzeit 2016/17 den endgültigen Einzug.

Bunt wie das Erscheinungsbild der Publikationen (Johannes Weiß) ist wieder das Programm. Unterhalten soll alles, was gespielt wird. „Das tut auch der Hamlet, wenn er gut gemacht wird“, sagt Köpplinger: „Wir haben einen Handwerksberuf. Handwerk ist das Messbare an der Kunst.“ Wegträumen allein genügt ihm im Theater nicht. Ein aktueller Bezug sollte schon da sein.

Der ist bei Brittens Oper Peter Grimes gegeben, wo es um Vorverurteilung, Manipulation, Kindesmissbrauch geht. Aber auch, wenn man zum Strauss-Jubiläum sein Schlagobers als Münchner Erstaufführung ausgräbt und den Ballettchef Karl Alfred Schreiner daraus ein „Tanzkonfekt“ machen lässt. Gegen den Zuckerschock führt Schreiner dann Hattrick auf, drei Fußballstücke von drei Choreografen (= Cheftrainern): Jo Strömgren, Marco Goecke, Jacopo Godani.

Eine Münchner Erstaufführung ist die Hervé-Operette Dr. Faust jun., eine 60 Jahre nach Goethes Stück entstandene Parodie.

Die verrückten Münchner 80er mit den Hits der Neuen Deutschen Welle präsentiert der Moderator des Quatsch Comedy Club, Thomas Hermanns. Er ist Autor, Regisseur und Moderator von Bussi – das Munical.

Und das machen die Chefs: Köpplinger inszeniert drei Musicals, Cinderella, Gefährliche Liebschaften – ein Auftragswerk nach dem Roman von Choderlos de Laclos – und, zusammen mit der Theaterakademie, Singin’ In The Rain nach dem Gene-Kelly-Film. Marco Comin, der Chefdirigent, macht Peter Grimes, Schlagobers und steigt mit vielen Konzerten wieder tief in sein Lieblingsgebiet ein, das Barock: Händels wenig bekanntes Oratorium La Resurrezione kommt zu Ostern in die Allerheiligen-Hofkirche.

Das Open-Air-Konzert vorm Gärtnerplatztheater gibt es am 6. Juli, zeitgleich mit Klassik am Odonsplatz – aber gratis. Am 25. Juli laden Comin und Köpplinger als Auftakt zum 150. Geburtstag des Gärtnerplatztheaters bei freiem Eintritt ins neue Haus zum Sommernachtstraum.

Ein reichhaltiges Kinderprogramm verantwortet jetzt die neue Leiterin Susanne Schemschies, und Reisen führen das Ensemble bis nach Mexiko und China.

Beate Kayser

Die Premieren 2014/15

21.10.: Brittens Peter Grimes (Prinzregententheater)
26.11.: Johann Strauß’ Wiener Blut (Cuvilliéstheater)
11.12.: Richard Strauss’ Schlagobers (Reithalle)
17.1.15: Thomas Piger: Cinderella (Reithalle)
22.2.15: Marc Schubring: Gefährliche Liebschaften (Cuvilliéstheater)
7.3.15: Hattrick, Drei Fußball-Ballette (Reithalle)
23.4.15: Arthur Fred: Singin’ In The Rain ­(Prinzregententheater)
16.5.15: Hervé: Dr. Faust jun. (Reithalle)
13.6.15: Mozart: Così fan tutte (Cuvilliéstheater)
4.7.15: Thomas Hermanns: Bussi – Das Munical (Reithalle)

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