Am Deutschen Theater in München

Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical

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Roland Kaiser.

Deutschlands Schlagerstar Roland Kaiser selbst distanziert sich von dem Musical, das über ihn im Deutschen Theater in München aufgeführt werden soll. Es gibt Krach - und zwar jede Menge.

Wer noch niemals in New York war – der kann jetzt auf die Insel Santa Maria schippern und vor Freude „Mamma Mia“ jauchzen. So stellen sich das jedenfalls die Macher des Roland-Kaiser-Musicals „Santa Maria“ vor, das von heute bis Sonntag im Deutschen Theater in München läuft. Genau wie bei den Erfolgs-Shows rund um die Hits von Udo Jürgens und von ABBA dient auch hier eine simple Geschichte nur dazu, um sich von einem Lied zum nächsten zu hangeln. „Jukebox-Musical“ nennt sich dieses federleichte Genre – doch in München hat sich die Handlung unerwartet verkompliziert…

Die Verwicklungen sind noch unübersichtlicher als in Roland Kaisers Fremdgeh-Feger „Manchmal möchte ich schon mit Dir“: zwölf gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld – auf Santa Maria ist der Teufel los. „Musical in Moll“, schreibt der Wiener Kurier. Dabei sollte es gar nicht Moll werden, sondern doll.

Projekt stand von Beginn an unter keinem guten Stern

Allerdings stand das Projekt, für das Roland Kaisers einstiger Erfolgstexter Norbert Hammerschmidt das Buch geschrieben hat, von Beginn an unter keinem guten Stern. Deutschlands Schlager-Kaiser distanzierte sich früh von dem Vorhaben und will mit der Show längst nichts mehr zu tun haben. „Zu dem Musical kann ich gar nichts ­sagen“, erklärte er der tz. Ursprünglich sollte Santa Maria in Dresden „Weltpremiere“ feiern – dort, wo Roland Kaiser ein Volksheld ist, wo die 50.000 Tickets für seine Kaisermania-Konzerte zuletzt wieder innerhalb von 30 Minuten ausverkauft waren. Doch die Show wurde abgesagt. Angeblich war das Niveau bei den Proben nicht ausreichend.

Die Premiere stieg schließlich diesen Sommer in Wien. Zur Qualität gibt es überaus unterschiedliche Ansichten. „Wir haben bei 16 Vorstellungen 16 Mal Standing Ovations bekommen“, schreibt der (einstige) Hauptdarsteller Gregor Glanz auf Facebook. Die Kleine Zeitung höhnt dagegen über „Kaiser-Schmarrn“ und über ein Musical, das „Fluchtgedanken weckt“. Der künstlerische Leiter Ferdinando Chefalo sieht es recht ähnlich und schimpfte im Wiener Kurier: „Mit diesen Schauspielern kann man in München nichts auf die Beine stellen.“

Ein Dutzend Darsteller aus Wien wurden nicht mehr weiterbeschäftigt. Laut Glanz, dem Lieblingssänger der Trash-Fernseh-Familie Geiss, sind aus Wien noch Gagen und Honorare offen. Er beziffert den Schaden auf „gesamt sicher mehr als 150.000 Euro“. Er ist im Deutschen Theater nicht mehr dabei – kein Glanz in dieser Hütte.

„Das gleicht schon einem schlechten Comedy-Film“

Wer Schuld hat, ist schwer auszumachen. Restlos seriös haben die beiden österreichischen Produktionsfirmen das Projekt aber offenbar nicht abgewickelt. „Das gleicht schon einem schlechten Comedy-Film“, ätzt Glanz. Seine Kollegin Susanna Hirschler spricht sogar von „vorsätzlichem Betrug“. Als Erklärungsversuch für das Drama empfiehlt sie den Besuch der Internetseite umgang-mit-narzissten.de.

Glanz weist seine Münchner Fans auf die Möglichkeit hin, ihre Karten unter office@santamaria-musical.at zurückzugeben. Opfer sind die Roland-Kaiser-Fans und die verbliebenen Darsteller wie der Wiener Musicalstar Alfons Haider. Er verspricht den Münchnern trotz aller Unbill eine tolle Show und erinnert sich an ein Gespräch mit Kaiser, den er als Moderator der ORF-Sendung Starnacht gut kennt: „Ich habe ihm gesagt: ,Roland, ich würde so wahnsinnig gerne mal Joana singen.‘ Er hat mit einem Grinser geantwortet: ,Wünschen Sie sich das nicht, Alfons!‘“ Der Schlagerstar hatte offenbar einen guten Riecher.

Vielleicht hätte Kaiser frühzeitig Einspruch gegen das Projekt einlegen sollen – frei nach seinem 2014er-Hit Warum hast Du nicht nein gesagt?, der auf YouTube mittlerweile 55 Millionen Mal angeklickt wurde.

Lesen Sie auch: Roland Kaiser lässt Münchner Fans ab zweitem Song schon toben.

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