Mega-Show in München

Powerfrau Helene Fischer reißt alle von den Sitzen

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Helene Fischer bei ihrem Konzert am Donnerstagabend in der Olympiahalle.

München - Helene Fischer überraschte in der ausverkauften Olympiahalle. Schon beim zweiten Lied saß keiner mehr. Junge Mädels kreischten zusammen mit ihren Müttern und Omas - aber auch Männerfanclubs kamen.

Update vom 6. April 2016: Mit "Farbenspiel" räumte Helene  Fischer beim "Echo 2015" ab. Mit ihrem aktuellen Album "Weihnachten" könnte sie auch bei der diesjährigen Verleihung mehrere Preise gewinnen. Kurios: Sie konkurriert mit den "Böhsen Onkelz" und verstorbenen Künstlern. 

Update vom 23. Dezember 2015: "Die Helene Fischer Show 2015" läuft wieder am zweiten Weihnachtsfeiertag im ZDF. Wir sagen Ihnen, was Sie dazu unbedingt wissen müssen.

Ja, sie ist bildhübsch. Hat ein unfassbares Stimmvolumen. Ist bilderbuchblond, sexy – und seltsam makellos. Der Typ Powerfrau: So kennt man Helene Fischer, den neuen Star des deutschen Schlagers. Und doch überraschte sie beim ihrer Show vor 12.000 Fans am Donnerstagabend in der ausverkauften Olympiahalle. Denn erst auf der großen Bühne zeigt sie ihr Mega-Potenzial.

Schon der Start um Punkt 20 Uhr macht klar, worauf der Abend hinaus läuft: Im Scheinwerfer-Stakkato wird das Publikum bestrahlt – und in rot, weiß und gelbes Licht getaucht. „Farbenspiel“ heißt Helenes aktuelles Album und die Tournee. Schon beim zweiten Lied „Morgen Früh küss ich dich wach“ sitzt in der Oly-Halle keiner mehr. Mit typischen Schlagernummern fängt sie ihre Fans ein, die dankbar mitträllern.

Lesen Sie auch: Helene Fischer stößt in München an ihre Grenzen

Aber Helene kann mehr, ihr Repertoire ist riesig. Sie bietet auch rockige Cover-Stücke wie „Wake me up inside“ oder eingängige Balladen wie „Lass es los“ aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“. 250 Edel-Fans kesselt sie direkt vor sich ein. Sie erleben hautnah, was Tausende von oben bestaunen: Helene singt mit Band, im Laufen, tanzend oder während sie von Akrobaten durch die Luft gewirbelt wird. Sie tanzt, animiert, unterhält. Und hinter ihr sprühen Feuerfontänen oder heben sich riesige Bühnenbauten empor.

Währenddessen kreischen junge Mädels in der Oly-Halle mit ihren Müttern und Omis oder schwärmen leise. Und klar: Auch für Pärchen ist das Konzert ein schönes Event, einige tanzen auf der Treppe. Aber es kommen auch Männergruppen und singen viele Texte auswendig mit. Lauthals.

Helene Fischers Musik ist Event-Gesang

Bilder wie diese zeigen: Helene ist längst nicht nur Schlager-Sängerin oder Party-Maus. Ihre Musik ist Event-Gesang oder berührt wie im Musical. Dazu gibt‘s stets positiv-kuschelige Texte á la „Wunder‘ dich nicht, dass ich dich liebe“, „Was wäre ein Tag ohne Sehnsucht“ „Keiner ist fehlerfrei“. Sie wickelt uns ein, aber sie macht das ganz ausgezeichnet – mit ihrer kraftvoll-sanften Stimme und sehr melodisch vorgetragenen Texten wie „In diesen Nächten ohne Licht, halte dich fest, ich trage dich, durch diese schwere Zeit, dann bist du nicht allein.“

Helene Fischer: Blonder Engel in der Olympiahalle

Helene Fischer: Blonder Engel in der Olympiahalle

Auffallend auch: Helene ist fast ausnahmslos in Bewegung. Eingängige Momente oder Tiefgang sind selten. Dafür permanente Power: Alle Lieder sind laut und kräftig, selbst die Balladen. Nach rund drei Stunden Bühnenfeuerwerk ist klar: Helene hätte noch länger gekonnt. Fit ist gar kein Ausdruck: Diese Frau betreibt Leistungssport, wird aber nie atemlos – sondern bleibt stimmlich markant.

Schade nur: Allein mit Schlager verkauft sich Helene unter Wert. Gerade der Stilbruch macht das Münchner Konzert spannend. Mit deutschen Liedern begeistert sie ihre Fans, mit englischen oder sogar italienischen Einlagen bringt sie München zum Staunen.

So oder so: Der Moment, als Helene aus einer Lotusblüte steigt und der Nachhall ihrer Stimme die Oly-Halle mucksmäuschenstill werden lässt, macht klar: Hier singt eine, die noch größer werden wird.

Andreas Thieme

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