München-Auftritt

Herbert Grönemeyer in der Olympiahalle: Die Konzert-Kritik

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Herbert Grönemeyer (Archivbild) ist am Donnerstagabend in der Münchner Olympiahalle - gleich neben AC/DC - aufgetreten.

München - Herbert Grönemeyer ist am Donnerstagabend in der Olympiahalle - gleich neben AC/DC - aufgetreten. Hier lesen Sie die Konzert-Kritik.

Natürlich wär's im Stadion noch toller. Doch weil da am Donnerstagabend AC/DC durch den Regen rocken, macht Herbert eben sein Kontrastprogramm ein paar Meter weiter in der Halle. Und wie! Ein paar Teufelshörnchen haben sich auch in die Olympiahalle verirrt. Das passt. Denn auch Grönemeyer kann rocken. Das wissen die Fans, kein Wunder also, dass das Konzert ausverkauft ist - obwohl er heute schon wieder spielt. Restkarten gibt's noch an der Abendkasse.

Die Zuschauer werden auch heute Abend wieder einen Herbert erleben, wie sie ihn lieben. Diesen ungelenken Pop-Poeten, der so herrlich sympathisch mit seinen Sneakern über den Bühnensteg rennt. Dabei gespielt lasziv mit dem Po wackelt und selbstironisch grinst ob der entzückten Damenschreie.

Er begeistert sie alle - erst mit Songs des neuen Albums und dann - auf die Tube, Münchner! - mit einem Nostaligie-Pur-Medley: "Bochum", "Männer" und "Vollmond" in einer Reihe; da kann keiner mehr sitzen bleiben. Ja, dieser 59-jährige sture Westfale, der immer sein Ding durchzieht, schafft, was nicht vielen Stars gelingt: nach 30 Minuten stehen sie alle, die Münchner. Und von AC/DC ist - allen Befürchtungen zum Trotz - nichts zu hören.

Doch Herbert kann auch leise. Einer der Höhepunkte an diesem großartigen Abend: eine neu arrangierte Version des niemals fehlen dürfenden "Flugzeuge im Bauch". Mit Bass und Flügel, herrlich verjazzt und zum Träumen schön.

Das lieben die Fans. So kennen Sie ihren Herbert. Klar, dass er auch die alten Faxen nicht sein lassen kann. Bei Bochum etwa der Einschub "Du bist keine Weltstadt - so wie München"; oder seine Anpreisen der eigenen Tanzkunst. Das macht er seit Jahren so, die Fans freut's immer wieder wie beim ersten Mal. Altherren-Witze, ohne die was fehlen würde.

Das Schönster aber: Wie er innehält, den Blick ins Publikum gerichtet. Beseelt. Diese Momente genießt er immer besonders, hat er schon oft in Interviews verkündet. Und wenn man ihn so sieht, lächelnd, sich überschwänglich bedankend, dann glaubt man ihm jedes Wort. Danach die Siegerpose. Grinsend. Nach dem Motto: "Habe ich es doch wieder geschafft." Ja, hat er. Macht er heute wieder. Wer keine Karten mehr ergattern konnte, kann jetzt schonmal vorbestellen: Herbert kommt wieder. Am 5. Juni 2016 auf den Münchner Königsplatz. Open Air. "Halt mich" unterm Sternenhimmel - dann wird's noch toller. Wenn das überhaupt geht...

Von Katja Kraft

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