Tradition wird wiederbelebt

Hugo Strassers „Tanzplatten“: Kult bei allen, die gern schwofen

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Die „Tanzplatte des Jahres“ war Hugo Strassers erfolgre ichste Produktionsreihe. Sie galt von 1965 bis ins Jahr 2000 als Referenz in deutschen Tanzschulen.

Das Orchester Hugo Strasser erweckt unter der Leitung von Heinrich Haas eine alte Tradition zu neuem Leben: Am 18. Februar, knapp ein Jahr nach dem Tod des unvergessenen Klarinettisten und Bandleaders, soll die CD „Dance 2017“ auf den Markt kommen – eine Fortsetzung von Strassers beliebten „Tanzplatten des Jahres“.

München - Diese Scheiben, auf Vinyl gepresst, galten von 1965 bis ins Jahr 2000 als Referenz in deutschen Tanzschulen, auf Tanzflächen und bei privaten Festen. Ob Fox oder Cha-Cha-Cha, Charleston oder Tango – Hugo Strasser, der selbst damit kokettierte, ein miserabler Tänzer zu sein, lieferte mit seinem Orchester die passende Musik: immer swingend, und stets takt- und rhythmussicher, was der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband mit seinem Siegel bestätigte. In den Siebziger- und Achtzigerjahren waren die Platten Kult, standen in deutschen Plattenschränken zwischen klassischer Musik und Jazz genauso selbstverständlich wie neben Jethro Tull, Elvis Presley und aktuellen Schlagern. Rund 20 Millionen Alben der „Tanzplatten“-Serie, so schätzt man, hat Hugo Strasser verkauft.

Sie brachten die Menschen zum Schwofen: (v.li.) Hugo Strasser, Paul Kuhn und Max Greger.

Sein Nachfolger Heinrich Haas, dem der Grandseigneur des deutschen Swing Namensrechte und Noten des Orchesters geschenkt hat, will an diesen Erfolg anknüpfen. „Am Anfang stand die Überlegung, dass wir eine CD brauchen, wenn wir den Leuten erzählen, dass wir in Hugos Namen und in seinem Sinn weitermachen“, erzählt Haas. Vier Tage lang war das Orchester im Studio, wochenlang wurde an den Aufnahmen gefeilt. „Jetzt sind sie fertig“, sagt Haas. „Am 18. Februar beim ,Ball der Sterne‘ im Deutschen Theater wollen wir sie dabeihaben, damit das Publikum sie kaufen kann. Es sind 15 Stücke drauf, die die ganze Bandbreite des Orchesters aus seiner mehr als 60-jährigen Geschichte von 1954 bis 2017 zeigen.“

Tango bietet das Orchester Hugo Strasser natürlich auch an, hier ein Tanzkurz anlässlich des Musicals „Tanguera“.

Wie zu Strassers Zeiten konzentriert sich das Angebot auf die klassischen Tänze: „Wir haben Jive und Cha-Cha-Cha, wir haben Tango, Quickstepp und Samba, aber natürlich auch Foxtrott und Wiener Walzer“, verrät der Sänger und Pianist. Die Stücke stammen von Altmeistern wie Frank Sinatra, Glenn Miller und Benny Goodman, es gibt aber auch Titel von Amy Winehouse, Michael Bublé und Bruno Mars. „Und natürlich von Hugo Strasser“, sagt Haas. Zwar prangt auf der neuen CD nicht das Logo des ADTV (Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband), doch der Bandleader versichert: „Wir spielen im strikten Tanzrhythmus.“ Für die nächste Platte strebe er die Kooperation mit dem Tanzlehrerverband an. Und dass es weitere Platten geben wird, steht für Haas außer Frage: „Wir wollen das wie einst Jahr für Jahr weiterführen“, verspricht er. Die CD ist vorerst nur bei den Konzerten des Orchesters und der Hot Five sowie in Internetportalen erhältlich. Doch so bald wie möglich will Haas ein Label finden, das die Scheibe auch in den Handel bringt.

Dem Orchester, so berichtet der 34-Jährige, sei die CD sehr wichtig gewesen. „Jeder hat sich ins Zeug gelegt, weil wir alle den Anspruch hatten, dass das richtig gut werden muss.“Es gehe schließlich um das Vermächtnis des unvergessenen Hugo Strasser.

Die CD „Dance 2017“ ist vorerst nur im Internet und bei den Konzerten erhältlich.

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