Konzertkritik

Stay! Jackson Browne begeistert auf dem Tollwood

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Ungetrübte Spielfreude: Jackson Browne begeisterte am Dienstag auf dem Tollwood.

München - Jackson Browne und seine Band wollen die Fans am Dienstagabend auf dem Tollwood gar nicht gehen lassen.  Hier gibt's die Konzertkritik.

Stay! singen und rufen nach drei Stunden die Fans in der Tollwood-Musik-Arena und scharen sich um die Bühne. Singer-Songwriter Jackson Browne (66) und seiner fantastischen Band hätte man noch weitere Zugaben zugetraut, aber es ist 22 Uhr - Zapfenstreich.

Ihre ungetrübte Spielfreude zeigt sich bei den mitreißenden Soli, mit denen sich die einzelnen Musiker beim Rausschmeißer Load Out/Stay! verabschieden.

Browne hat sich äußerlich nicht sehr von dem schmächtigen jungen Mann wegentwickelt, dem Anfang der 80er in der Rudi-Sedlmayer-Halle vermutlich viele der jetzt anwesenden Fans zugejubelt haben. Sein Haar ist moderat ergraut, sein exakter Scheitel ein wenig nach links verschoben. Aber viel wichtiger: Die Stimme hat sich kaum verändert, sie beherrscht nach wie vor alle Variationen von sanft bis - seltener - richtig rockig.

Es erklingt eine musikalische Werkschau Brownes - am Klavier und mit der Gitarre. Es geht um jugendliche Utopien, Liebe, Enttäuschungen, etwa in Barricades of Heaven und Fountain of Sorrow. Viele gitarrenstarke Nummern später ist man beim jüngsten Album Standing in the Breach angekommen. Den Titelsong hat Browne für die Erdbebenopfer in Haiti geschrieben. Immer war er Mahner - früher ging er musikalisch gegen Atomkraft und Krieg an, jetzt sorgt er sich um die Verschmutzung der Ozeane, kritisiert die Macht der Konzerne, die korrupte Politik.

Mit einem Schlag ist die nachdenkliche Stimmung weggewischt: Als gegen Ende die ersten Töne von Running on Empty angespielt werden, hält es keinen mehr auf dem Stuhl. Stay!

BW

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