Konzertkritik

Kadavar bei Rockavaria: Der künftige Headliner

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Kadavar auf der Seebühne.

München - Es ist wohl der undankbarste Slot, den Kadavar am Rockavaria bespielen dürfen. Doch sie meisterten die Aufgabe bravourös: die Konzertkritik.

Während parallel im Stadion die "Eiserne Jungfrau" Iron Maiden, das Zugpferd des Festivals, tobt, beschließt das Berliner Trio das Metal-Wochenende auf der kleineren Seebühne. Und dann müssen sie auch noch den vorangegangenen Wolkenbruch verkraften und deshalb deutlich später starten.

Legendenstatus gegen Nachwuchs-Power – ein Duell, das Kadavar nicht gewinnen kann. Nur etwa hundert Zuschauer trotzen der übermächtigen Konkurrenz im Stadion. Einem derart dezimierten Publikum dürften Kadavar in den letzten Jahren selten begegnet sein. Gelten die Wahlberliner doch als kleiner aber feiner Hinweis, wie die Rock-Zukunft aussehen könnte.

Irritieren lassen sie sich davon nicht. Sie machen ihren Soundcheck einfach selbst, dass es schneller geht. "Wir sind da", schreien die wenigen Fans und ab geht's. Trockener Sound wie man ihn von Christoph „Lupus“ Lindemann (Gitarre, Gesang) Christoph „Tiger“ Bartelt (Schlagzeug) und Simon „Dragon“ Bouteloup (Bass) gewohnt ist. Stilistisch geprägt vom harten Rock der 70er Jahre, von Pentagram, Hawkwind und Black Sabbath, fegt der Sound von Kadavar bei ihren Auftritten über die Zuschauer hinweg. Zuletzt verwandelten sie das Münchner Backstage bei ihrer ersten großen Headliner-Tour in ein Irrenhaus. Die rastlose Live-Promotion zahlt sich aus. Das aktuelle Album "Berlin" war auch kommerziell ein Erfolg. Trotz etwas kürzeren Stücken setzen Kadavar auch bei "Berlin" auf ihre großen Stärken: Klare, drückende Riffs, treibende Drums, ein trockener Bass – mehr brauchen Kadavar nicht, um die Konzerthallen mit einem Wüstensturm aus dem Verstärker zu überziehen. Das nächste Unwetter, das das Rockavaria überstehen muss. Und was für eins. Hier brummt das Donnergrollen eines künftigen Headliners.

Dominik Göttler

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