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Veranstalter meldet Insolvenz an

Keine XXL-Oper im Olympiastadion: Enttäuschung für Placido Domingo

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Placido Domingo (76) und ein Modell der „Aida“-Kulisse – nix wird’s.

Aus für die XXL-Oper im Olympiastadion 2018: Anstatt eines Mega-Events schauen Ticket-Besitzer nun in die Röhre. Auch Placido Domingo ist enttäuscht.

München - Wien, 18.11.2016: Stolz präsentiert Placido Domingo sein vielleicht nicht künstlerisch größtes, aber auf jeden Fall räumlich größtes Opernprojekt: eine „Aida“ in den Stadien dieser Welt, die auch nach München kommen sollte. Erst 2017, dann auf 2018 verschoben. Mit Hochkarätern wie Erwin Schrott im Sängerboot, und für einige Aufführungen wie in München mit Placido Domingo am Pult. Doch jetzt: alles aus! Der Veranstalter des weltweiten XXL-Events, die Art & Entertainment LIVE GmbH in Düsseldorf, hat Antrag auf Eröffnung des Insol­venz­verfah­rens gestellt!

Tausende bleiben auf ihren bereits gekauften Tickets sitzen. Ob sie ihr Geld jemals wiedersehen, steht in den Sternen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Andres hat nun via München Ticket Mails an Kartenkäufer geschickt. „Alle Konzerte, die stattfinden sollen, sind abgesagt“, heißt es da. Und: Ersatzkonzerte werden nicht stattfinden.

Ticket-Inhaber sollen sich beim Insolvenzverwalter melden

Derzeit werde die „wirtschaftliche Ausgangssituation“ geprüft, um „das bestmögliche Ergebnis für die Gläubiger des Unternehmens zu erreichen“. Wer bereits ein Ticket erworben hat, kann sich schon einmal beim Büro des Insolvenzverwalters registrieren lassen: ­AELIVE@andrespartner.de. Die Verfahrenseröffnung vorm Amtsgericht Düsseldorf wird für August erwartet.

Der Insolvenzantrag wurde bereits am 3. Mai gestellt, am 31. Mai wurde dann Andres bestellt. Wie viele Menschen bisher für die Aida Stadium World Tour Karten gekauft haben? Das soll nun ermittelt werden.

Auf München Ticket heißt es lapidar: „Achtung: Der Vorverkauf ist beendet“. So kann man es auch ausdrücken. Leserin Franziska R. aus Perlach kann es nicht glauben, als sie in ihren Mails das von München Ticket als Insolvenzschreiben bezeichnete Dokument öffnet. „Eine Rückabwicklung über München Ticket ist nicht möglich“, heißt es da. „Ich habe mich so darauf gefreut“, sagt Franziska R. zerknirscht. Immerhin lebt sie in Perlach – für Leute, die von auswärts anreisen wollten, die ein Hotel brauchten, ein Zugticket und mehr, sieht das noch bitterer aus. Von der Art & Entertainment LIVE GmbH war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Das sagt ein Betroffener

Auch Leser Hans Faßner (49) aus München ist brüskiert: „Ich ­habe für meine Mutter, die in Heidelberg lebt, zwei Karten zu ihrem Geburtstag für die Aida in München reserviert. Seit Wochen freuen wir uns darauf, und jetzt das“, sagt er uns am Telefon. Ursprünglich wollte er sogar zwei VIP-Karten kaufen zu einem vielfachen Preis, doch seine Mutter war dagegen. Jetzt hatte er die erste Kategorie genommen, immer noch 149,90 Euro pro Stück. Jetzt, wo die Insolvenz bekannt ist, fühlt er sich, gelinde gesagt, veräppelt...

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