Kent Nagano

Der Ex ist da – und erntet viel Applaus

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Kent Nagano.

München - Standing Ovations für Kent Nagano in der vollen Philharmonie bei seiner Rückkehr nach München. Erstmals präsentiert er sich als Chef des Orchestre symphonique de Montréal.

Doch nicht nur sein Orchester hatte Nagano aus Kanada mitgebracht, sondern auch den Solisten: den Übervirtuosen Marc-André Hamelin am Klavier. Bevor sie sich Liszts 2. Klavierkonzert widmen, legen Dirigent und Orchester mit einen feinnervigen Debussy hin: Das Prélude à l’après-midi d’un faune legt die Latte hoch. Die Soloflöte lockt, willig folgt man in die erotisierend-schwüle Mittagshitze, in der Farben und Formen verfließen. Spuren dieses impressionistischen Spektrums entdecken Nagano und Hamelin auch bei Liszt und setzen diese pastellenen Stimmungen in wirkungsvollen Gegensatz zum Furor mancher Passagen. Hamelin meistert alle Schwierigkeiten mühelos: Neben kraftvoll gestanzten Akkordfolgen glitzern perlende Läufe, begegnen sich Cello und Klavier als poetische Partner. Nach der Pause Berlioz’ Symphonie fantastique mit elegantem, hellem Streicherklang, klangschönem Holz, zartestem Horn-Pianissimo und ansonsten kernigem Blech auf. Jubel und Zugaben.

G.L.

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