Unsere Konzertkritik

Kiss: Die Schminke sitzt - der Lack ist ab

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Kiss bei ihrem Auftritt beim Rockavaria.

München - Am Samstag Abend hatten Kiss ihren großen Auftritt bei Rockavaria. Doch groß war nur das Drumherum. Musikalisch haben die US-Legenden offenbar nicht mehr viel zu bieten.

Kiss – das könnte auch für „Kaum inspirierend, sondern satt“ stehen. Der Auftritt der US-Legenden als Top-Act am Samstag im Olystadion bot mächtig Futter für die Augen. Böllerschüsse gehen durch Mark und Bein, dazu Flammenorgien, Laserlust, Nebelschwaden zwischen den Fans in der Arena, Glitter vom Himmel. Und dennoch: Schon gegen kurz nach zehn wanderten Hunderte ab. Was war geschehen? Diese Hunderte (und wohl Tausende mehr im Oval) merkten bei allem Schnickschnack und kapitaler Kulisse, dass der Auftritt mitnichten ein Highlight des Festivals war. Kiss spulten routiniert ihre Songs ab, boten zwar viele Klassiker – aber ihren wohl größten (I Was Made For Loving You) so spät, dass die Liebe der anfangs so feierfreudigen und enthusiastischen Fans schon ziemlich erkaltet war.

Und so bleibt die immer noch sagenhaft lange Zunge von Gene Simmons, sein lustig wippender Haarschopf, biedere Hardrockmusik im Glitzer-Glamour-Gewand. Dass Kiss-Musik altbacken ist? Geschenkt. Aber etwas weniger Routine, etwas mehr Biss und Witz – auch in den sehr ermüdenden Conferencen von Tommy Thayer würden dem Kiss-Zirkus nicht schaden. Kiss, ade, Küsschen. Die Schminke sitzt, der Lack ist ziemlich ab.

Alle News auf unserer Übersichtsseite zum Festival-Wochenende.

Rockavaria 2015: Die Highlights vom Samstag in Bildern

M.B.

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