Konzert-Kritik

Max Mutzke im Ampere: Er macht, was er will

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Hochkaräter in Sachen Jazz & Soul: Max Mutzke.

München - Max Mutzke hat sich freigeschwommen vom Dasein als Castingshowsieger. Dass ihn nichts mehr mit seinem einstigen Förderer Stefan Raab verbindet, zeigt er bei seinem Konzert im Ampere.

Max Mutzke hat geschafft, was viele vergeblich versuchen: Er hat den Raab geschlagen. 2004 zog Pfiffikus Stefan Raab den Jungen aus dem Schwarzwald aus dem Ärmel – und schickte ihn zum Eurovision Song Contest. In Istanbul legte Mutzke, die Augen beim Singen fest geschlossen, mit "Can’t Wait Until Tonight" und Platz acht eine Top-Performance hin. Heute, mit 34, hat er sich komplett von Raab freigeschwommen. Beim Konzert im vollen Ampere erinnert nichts an den einstigen Förderer.

Vor elf Jahren war Mutzke der erste deutsche Castingsieger, für den man sich nicht schämen musste. Mittlerweile ist er ein höchst anerkannter Jazz- und Soulsänger. Junge, kann der Junge singen! Nerdig gekleidet mit Schiebermütze, Pulli, Hosenträgern steigt er auf die Bühne – und legt los. Selbst der solide Soulpopper Praise The Day wird zum Knaller, wie ihn Mutzke singt. Und wenn es in Magisch um diese Frau geht, die ihn ganz und gar verschlingt, treibt er einen Nagel tief in die Seele.

Was Max Mutzke fehlt, ist Leichtigkeit, Unbeschwertheit. Vier Jahre hat er über sein jüngstes Album Max gegrübelt, das dann doch nur „okaye“ Kritiken einsammelte. Und auch im Ampere stellt er seine Stimme so sehr in die Auslage, dass der Spaß, die Unterhaltung zu kurz kommen. Doch Mutzke macht eben nur, was Mutzke will. Dafür: Respekt!

Jörg Heinrich

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