Konzertkritik zu Amon Amarth

Johan, lass es kesseln!

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"Amon Amarth“-Frontwikinger Johan Hegg.

München - Amon Amarth, Carcass und Hell räumen im ausverkauften Kesselhaus trotz suboptimaler Soundverhältnisse komplett ab.

"Are you sweating?“, fragt Johan Hegg feist grinsend in die bereits ordentlich durchgeschüttelte Meute. „No? Then let’s make you sweat!“ Und die nächste Breitseite aus Doublebass und Gitarrensperrfeuer geht auf die 2000 Fans im Kesselhaus hernieder. Anderthalb Stunden Gemetzel im 4/4-Takt - als letzte Zugabe das obligatorische "Pursuit of Vikings“. Dann entlässt Frontwikinger Hegg seine Gefolgschaft in die kalte Münchner Nacht.

Man mag Amon Amarth für ihre eher unspektakuläre musikalische Entwicklung schmähen, live sind die Schweden im Death-Metal-Sektor eine kaum zu schlagende Macht. Von den Verkaufszahlen ganz zu schweigen. Wer Experimente will, muss sich woanders umsehen. Vorzüglich - trotz diverser Soundprobleme - auch die beiden Vorbands. Die reformierten Carcass beweisen mit ihrem 45-minütigen Set, dass sie nichts verlernt haben. Bandgründer Jeff Walker hat die Lacher der Veteranen auf seiner Seite, als er dem Jungvolk in den ersten Reihen eine Nummer vom Klassiker „Necroticism...“ mit den Worten „This Song is from 1991 - before you were born“ ankündigt.

Noch weiter zurück in der Metal-Historie geht’s bei Hell, der Band von Ex-Sabbat-Gtarrist und Starproduzent Andy Sneap. Mit ihrem Mix aus Judas Priest und Mercyful Fate haben die Engländer die Szene ordentlich aufgemischt, Sänger/Schauspieler/Dornenkronen-Fetischist David Bower zieht mit seiner Selbstgeißelung eine Show ab, die auch den Death-Metal-Freaks mehr als nur Höflichkeitsapplaus abringt. Der Erwerb des Zweitwerks „Curse And Chapter“ sei qualitätsbewussten Metallern ans Herz gelegt. Wie wär’s mit einer kuscheligen Headliner-Tour 2014, liebe Höllenfürsten?

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Ludwig Krammer

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