Auftritt im Circus Krone

The Sweet in München: Neue Band, altbekannter Sound

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The Sweet, das sind wir: Paul Manzi, Bruce Bisland, Andy Scott und Pete Lincoln (v. l.) bringen den Sound der Siebziger zurück.

München - Back to the 70's! Im Circus Krone spielt die Glamrock-Band Sweet noch einmal auf. Von der Stammbesetzung ist nur noch der Gitarrist übrig, doch der Sound bleibt unverkennbar.

Weil Plateauschuhe die Bandscheiben ruinieren, sind die alten Recken von Sweet schon lange auf niedrigere Treter umgestiegen. Woran man sieht: Gut vier Jahrzehnte nach ihren Heldentaten wollen Andy Scott & Co. nicht mehr allzu hoch hinaus. Für ein unterhaltsames Glamrock-Oktoberfest reicht es im vollen Circus Krone aber immer noch. Wenn der ganze Laden glückselig „Hutschi gacka oh“ singt (eigentlich „Ho-chi-ka-ka-ho“, der Refrain von Co-Co), ist noch einmal 1971. Und dann stört auch nicht, dass die alten Knaben arg dezimiert daherkommen.

Denn genau genommen steht nur ein einziger alter Knabe auf der Bühne: Gitarrist Andy Scott (66) ist der Last Man Playing, der Letzte in der Band, der den Glamrock-Flitter noch live miterlebt hat. Mittlerweile wirkt er mit blondem Langhaar (hoffentlich eine Perücke!) wie ein Mix aus Frau Antje und Hogwarts-Direktor Dumbledore, die Gitarre verdeckt den Popstar-Bauch gnädig. Doch aus dem Sechssaiter holt er immer noch den Sweet-Sound von einst. Und wenn er mit seinen Lohnmusikern dreistimmig singt, klingt’s fast wie damals mit Sänger Brian Conolly, der 1997 starb.

Oldies singen über Teenie-Randale

„We want Sweet“, fordern die Fans – und sie bekommen eher eine Coverband, mehr Saccharin als Sweet. Aber man nascht noch immer gern, auch wenn die großen Kracher lange auf sich warten lassen. Die ersten Superhits (Co-Co, Funny, Funny, Poppa Joe) verjubeln Sweet leider in einem überflüssigen Akustikset.

Aber dann eröffnet endlich die Ilja-Richter-Disco, unter anderem mit Wig-Wam Bam, Little Willy und Love Is Like Oxygen. Natürlich ist es absurd, wenn bald 70-Jährige von der Teenage Rampage, von der Teenie-Randale singen. Laune macht’s trotzdem. Und Scott hat schon verraten, dass die aktuelle „Final Tour“ noch längst nicht das Finale für Sweet bedeutet. Das Nonstop Dancing im Plateauschuh-Stadl geht weiter.

Jörg Heinrich

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