Konzertkritik

Chris de Burgh in der Philharmonie: Ein lieber netter Kerl

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Mit Band in der Philharmonie: Der Ire Chris de Burgh.

Schlechte Nachrichten für alle, die glauben, Chris de Burgh könne nur die Schnulze „Lady in Red“, das im Radio rauf und runter genudelt wird.

München - Nein, der Ire ist mehr als Schlager, ein bisserl Rocker gar, vor allem aber ein Musiker mit klaren politischen Aussagen, schon immer gewesen. Und bei allem ist er ein lieber netter Kerl, den jeder gerne als Bruder, Papa, Opa oder Onkel hätte. „Wenn Ihr Fotos machen wollt – nur zu. Wenn Ihr Spaß haben, tanzen und kuscheln wollt – nur zu.“ Diese Generalvollmacht zu Beginn des Konzerts in der fast ausverkauften Philharmonie macht Chris de Burgh zum Freund. „Auch wenn das hier ein großer Konzertsaal ist, möchte ich mit Euch eine Stimmung erzeugen, als wäret Ihr in meiner Küche.“ Dazu ein charmantes Lächeln – seufz!

Er schüttelt Hände, lässt Fotos machen

Tatsächlich schafft der mittlerweile 68-jährige Ire mit gemütlichem Wohlstandsbäuchlein ein heimeliges Gefühl. Wenn er per Funkmikrofon „Lady in Red“ singend die Philharmonie bis zu den obersten Reihen hinaufspaziert, Hände schüttelt und Handyfotos machen lässt, ist klar: Er ist einer von uns.

Zweieinhalb Stunden netto spielt Chris de Burgh mit seiner Vier-Mann-Band Stücke aus dem neuen Album „A better World“ sowie Klassiker aus den vergangenen 35 Jahren. Das Publikum steht, tanz, jubelt, schmachtet – einen ganz besonderen Moment erzeugt der Barde aber mit einem Beatles-Lied. In Gedenken an die Opfer des Selbstmordattentats von Manchester singt er solo am Klavier „Let it be“. Er weint, das Publikum erhebt sich, applaudiert minutenlang. Es folgen „Where peaceful waters flow“ und de Burgh’s Anti-Kriegssong „Borderline“. Guter, toller Mann!

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