Ihr Auftritt im Freiheiz

Konzertkritik: Claudia Korecks zwei Seiten

Claudia Koreck

München - Am Anfang und am Ende des Konzerts steht Claudia Koreck ganz allein im Scheinwerferlicht. Nur mit Gitarre. Und singt. Dazwischen liegen im ausverkauften Münchner Freiheiz zwei Stunden voller Gegensätze.

Nicht nur, dass die 29-jährige Traunsteinerin auf ihrem fünften Album Stadt Land Fluss ihre Hin- und Hergerissenheit zwischen diesen Polen thematisiert. Nein, sie spaltet ihr Konzert in zwei Teile: in einen leisen mit reduzierter Besetzung vor der Pause und einen lauten, fetzigen mit Band danach.

Im gemütlichen Teil eins bluest Koreck mit ihrer sanft-kraftvollen Stimme vor Lampenschirmen zu Kontrabass und Lap Steel, etwa ihren 2007er-Starthit Fliang. Neben Bairisch sind auch Griechisch (Lieblingsland) und Englisch zu hören. Dazu erzählt die Künstlerin in schüchtern-kecker Art von ihren Kindern Lani und Timmi („sauliab“) und wie sie auf Hawaii unter Mithilfe von Kakerlaken ihrem Produzenten, Mitmusiker und heutigen Ehemann Gunnar Graewert nähergekommen ist. Sie gibt viel Privates preis, bleibt aber immer natürlich.

In Teil zwei lässt es Koreck dann krachen. Die Stühle, auf denen sich bis dahin so schön träumen ließ, werden plötzlich überflüssig. Irgendwie hat man den Eindruck, dass der fetzige Teil dem bayerischen Wirbelwind besser steht. Was nicht heißt, dass jetzt keine emotionalen Stücke mehr folgen. Mit dem Publikum stimmt Koreck I mog de Dog an. Mit dem Oma­lied beendet sie das Konzert – und die gesamte Tour über Stadt und Land. 2016 will sie es ruhiger angehen lassen, sagt sie, und neue Lieder schreiben.

Marco Mach

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