Konzertkritik

Clueso in der Muffathalle: Ein Abend für Lauschis

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Clueso heizte den Fans ein.

Clueso feierte in der Muffathalle Vergangenheit und Neuanfang. Unsere Konzertkritik.

München - Ja, die Münchner sind Lauschis. Besonders dann, wenn Clueso auf der Bühne steht. In der ausverkauften Muffathalle machen sie ihrem Ruf als aufmerksames Publikum am Donnerstag mal wieder alle Ehre – und lauschen beseelt lächelnd dem charmanten singenden Inspektor, der sie dafür gleich mit dem Spitznamen auszeichnet. An München hat er gute Erinnerungen. Stichwort: Blumentopf, seine alten bayerischen Spezl im Hip-Hop-Geschäft.

Clueso, der längst mehr Sänger als Rapper ist, kann freilich noch immer beides – und beweist das an diesem heißen Abend in kalter Nacht. Die alten Hits von „Keinen Zentimeter“ bis „Gewinner“ serviert er in gewohnter Mischung aus Sprech- und sehnsuchtsvollem Gesang, durch den die Coolness immer schimmert.

Das viel geliebte „Cello“ gönnt der 36-Jährige seinen Fans natürlich auch. Ehrensache – war’s doch für den Erfurter selbst die größte Ehre, die Ballade mit einem Idol seiner Jugend zu performen. Kumpelhaft erzählt er „ein paar Anekdötchen“ von der Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg. Etwa von dem Moment, als sie an einer Bar saßen, der Kellner aufgeregt klarzumachen suchte, dass hier keinesfalls geraucht werden dürfe. Und Udo es trotzdem tat. Dessen Begründung imitiert Clueso herrlich nuschelnd: „Na ja: Is’ klar, der muss das sagen. Aber is’ auch klar: Ich muss rauchen.“ Ein Riesenspaß sei es mit dem Großen der Rock- und Popszene gewesen, erzählt der Sänger – und dankt mit seiner Interpretation des Klassikers.

Doch in dieser Nacht soll es nicht nur um Erinnerungen gehen. Gemeinsam zelebrieren Clueso und Publikum eins der schönsten Gefühle überhaupt: das des Neuanfangs. Dafür, so die Botschaft von Konzert und neuem Album, ist es nie zu spät. Die Münchner wussten’s immer schon: Genaues Zeilen-Lauschen lohnt.

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