Doppelkonzert

Hooters im Krone: Die Legende lebt!

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Die Stars der Hooters: Rob Hyman (l.) und Eric Bazilian (r.). Sie hatten ihren Spaß im Circus Krone.

München - In Würde gealtert: Die Hooters haben im Circus Krone ein begeisterndes Konzert gegeben. Etwas schwerer hatten es im Anschluss die Künstler der Manfred Mann’s Earth Band.

Ein paar Brocken Deutsch, um guten Willen und Nähe zum Fan zu signalisieren, das haben mittlerweile fast alle Popmusiker im Repertoire, die hier auftreten. Aber eine ganze Strophe eines Liedes aus dem Englischen zu übersetzen und dann auch noch in sehr ansehnlichem Deutsch vorzutragen: Das hat man so vermutlich noch nie erlebt. Jedenfalls nicht in München, wo die Hooters im ausverkauften Circus Krone ein begeisterndes Konzert geben.

Die Hooters, eine der wenigen Erfolgsbands der 80er Jahre, die in Würde gealtert sind, sind an diesem schwülen Abend spielfreudiger und, spritziger, mitreißender als viele Newcomer. Es macht ihnen erkennbar Spaß, wieder auf der Bühne zu stehen. Und alleine die wollüstige Ungeduld, mit der Bassist Fran Smith beim umjubelten All you Zombies nach vorne hechtet, um die prägnanten Riffs in seine Bassgitarre zu knüppeln, spricht Bände. Der Mann genießt jede Sekunde seines großen Auftritts. Die Sänger und musikalischen Köpfe Eric Bazilian und Rob Hyman, beide immerhin über 60, hüpfen ebenfalls reichlich übermütig durch die Szenerie und wirken selig, wenn sich das Publikum auch bei vergleichsweise obskuren Juwelen wie Graveyard Waltz als kundig und begeistert erweist.

Die verspielte Mischung aus süffigem Pop und Folk-Klängen ist live noch überzeugender als auf den Platten. Wenn die Hooters bei Don Henleys Boys of Summer Mandoline und sechssaitiger Ukulele das Tempo aus dem Lied nehmen und eine melancholische Ballade daraus machen, will man die an sich großartige Originalversion nie wieder hören. Die etwas eigenwillige Konstruktion eines Doppelkonzerts führt dazu, dass sich die Manfred Mann’s Earth Band im Anschluss trotz unzähliger Hits, technisch anspruchsvoller Arrangements und exzellenter Musiker anfangs schwer tut. Erst als sich Sänger Robert Hart seiner Schuhe entledigt, barfuß in die Schlacht wirft und die Band todsichere Klassiker wie Davy’s on the Road again, For You oder am Schluss The Mighty Quinn auspackt, tobt das Zelt in der Lautstärke, die eine legendäre Band verdient. Aber mehr Spaß, was soll man sagen, hatte man dann doch mit den Hooters, diesen Schlitzohren, die ihren Startvorteil raffiniert genutzt haben.

Zoran Gojic

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