Manchmal liegt auch er daneben

Konzertkritik: Kleine Sünden bei Jan Delay im Zenith

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Jan Delay.

München - Schon vor der Show von Jan Delay im proppenvollen Zenith war klar: Die neuen Werke füllen den Abend, die alten liefern die Stimmung - die Konzertkritik.

Manchmal liegt auch ein gefeiertes Pop-Chamäleon daneben. Wie Jan Delay mit seiner aktuellen Platte Hammer & Michel – der biedere Möchtegern-Rock überdeckt viel zu oft sein normalerweise so schön gepflegtes Faible für Groove, gute Harmonien und ideenreiche Texte. Und so war im proppenvollen Zenith schon vorab klar: Die neuen Werke füllen den Abend, die alten liefern die Stimmung.

Gerade beim aktuellen Fick klopften die Gitarren in ihrer Dramatik zu oft an die Kitsch-Grenze an, und bei Wacken hätte man am liebsten seine Siebensachen gepackt. Doch solche Freiräume für Experimentelles und kleine Sünden gehören im Delay-Universum dazu, und das weiß keiner besser als Oh Jonny, der von den Fans hörbar herbeigesehnt wurde.

Dann endlich sprangen, taumelten und johlten sie vor allem über die scharfen Bläser von Delays zwölfköpfiger Band Disko No. 1. Auch wenn sie oft vom Bass verschluckt wurden und wenn von Delays nasaler Stimme bei der Zenith-Akustik nur ein Quäken übrig blieb: Die Gassenhauer wie Türlich, Türlich wurden ihrer Funktion als Brandbeschleuniger gerecht. Und hätte Delay den Zugabenschlager Disko nicht ganz so zerstückelt, wäre das Fegefeuer ganz nah gewesen. Dem Genuss konnte man an diesem Abend trotz allem lange genug frönen.

A. Mayr

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