Emotionaler Tourneeabschluss

Konzertkritik: Laura Pausini beeindruckt die Olympiahalle

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Spätherbst? Pah! Signora Laura Pausini bringt den Frühling zurück in die Olyhalle.

München - Zum Abschluss ihrer Welttournee trat Laura Pausini in der Münchner Olympiahalle auf. Die Höhepunkte des Konzerts drehten sich um Tochter Paola.

„Hände hoch!“, ruft Laura Pausini in die Olympiahalle, bevor sie Primavera in anticipo ansingt. Ansingt? Ja, weil ein großer Teil ihres Konzerts aus Medleys besteht. Das hat den Vorteil, dass die 42-jährige Norditalienerin möglichst viel Repertoire an den Mann und die Frau bringen kann. Und den Nachteil, dass man sich eher bei einer Leistungsschau denn einem dramaturgisch packenden Abend wähnt. Quasi mitten in Lauras lustvoller Lied-Lasagne. Sehr kalorienreich – aber schwer zu widerstehen. Auch, weil der Opener „Simili“ gleich ordentlich zündet, der Sound satt, aber nicht knallig ist, das Strobogewitter beeindruckt und die LED-Schirme tadellos sind.

Laura, in ihrer Heimat und im lateinamerikanischen Raum ein Superstar, tut sich in Eros-Deutschland noch immer schwer. Bisher trat sie im Krone auf, jetzt sollt‘s die Olyhalle sein. Die war, positiv geschätzt, mit 4000 meist italienischen Fans gefüllt. Doch Pausini lässt sich’s nicht anmerken, verbreitet gute Laura-Laune und Energie und lässt sich von ihren 13 musikalischen Mitstreitern tragen. Und als sie ihrem Töchterchen ihr Liebeslied Celeste widmet, mit aller Inbrunst ihrer Samtstimme und mit Video-Einspielungen der Kleinen, sind den emozioni Tür und Tor geöffnet. Der stolze Papa Paolo spielt die Akustische dazu. Mamma Mai, Italiener müsste man sein...

Sanfte Wogen zum Wohlfühlen

Überhaupt: Mag‘s auch presto durch die Songs gehen, arrangiert sind sie abwechslungsreich von ganz intimen Solomomenten bis volles Rohr, wo auch mal deutlich rockig gerotzt werden darf. Ambitioniert, engagiert, wohlkalkuliert. Und so mag zwar der große Steigerungsbogen fehlen, aber dafür gibt‘s durchgehend sanft plätschernde Wogen zum Wohlfühlen.

Lauras große Trümpfe: fulminante Stimme, erzsympathische Ausstrahlung, Energie und jene italienische – pardon – Verschwätztheit in den Ansagen, denen man als Deutscher stundenlang lauschen könnte. Und das sowieso, wenn sie herrlich auf Deutsch radebrecht und einen Zuhörer auf die Bühne bittet. So geht‘s frisch und entspannt voran, mit italienischer Melodienseligkeit und süffiger Mainstream-Power.

Damit ist jetzt erstmal Schluss. Denn Laura macht jetzt wohlverdiente Pausini nach ihrer monatelangen Tournee. München war die letzte Station. Ciao Bella, a presto – hoffentlich! 

Matthias Bieber

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