Ein Hit namens Wanda

Konzertkritik: Wanda sorgt für Euphorie im Backstage

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Sensationell: die österreichische Band Wanda.

München - Es muss Liebe sein! Wanda, die neueste Musiksensation aus Österreich, spielte in München. Und das hippe Rauschebart-Publikum stand Kopf.

Das Backstage seit Wochen ausverkauft, Schwarzmarkt, Betteln um Karten, ein einziger Wanda-Zirkus – und das auch noch völlig zu Recht. Alles, was die fünf Burschen mit ihrem sensationellen Debütalbum Amore versprochen haben, hielten sie auf der Bühne ein. Bist du deppert, macht diese Wiener Band Spaß!

Wanda, die sich ihren Namen von der legendären Wiener Puffmutter Wanda Kuchwalek geborgt haben, beleben den jahrzehntelang verfemten Austropop endlich neu. Herrlich angeranzt und stockfleckig singen sie vom Rausch (Stehengelassene Weinflaschen), vom Tod (Sterben wirst du leider in Wien) und immer wieder von der Liebe, vom Ärger mit der komplizierten Luzia: „Tu mir weh, Luzia, oder irgendwer anders tut’s statt dir.“

Wanda im Backstage: Sie treiben die Münchner zur Ekstase

„I glaub, des is schön“, schwärmt Sänger Marco Michael Wanda, der sich auch gleich nach der Puffmama benannt hat, auf der Bühne des Backstage. Und wie schön es ist! Er schwitzt sich mit nackter Heldenbrust die Seele aus dem Leib. Und der Schlagerrock seiner Kombo, irgendwo zwischen Ambros, Heurigem, wilden Walzern und Funk, treibt die Menschen auch in München zur Ekstase. So hätte Kottans Kapelle klingen können, wäre sie nicht ständig mit polizeilichen Ermittlungen beschäftigt gewesen.

Das absolute Hit-Monster ist Bologna, wahrscheinlich der mitreißendste Austropop-Song seit Falcos Junge Römer. „Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine schlafen, obwohl ich gerne würde, aber ich trau mich nicht“, beklagt Marco Michael Wanda. Beim Refrain pure Euphorie im Backstage – wer jetzt nicht mitsingt, muss tot sein: „Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht! Amore, meine Stadt! Bologna, meine Stadt!“ Mehr Partyspaß als mit Tante Ceccarelli geht nicht. Burschen, das war nicht leiwand, das war leiwand-a!

Jörg Heinrich

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