Wohlige Glückseligkeit

Konzertkritik: So war „The xx“ im Zenith

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Romy Madley Croft und Oliver Sim von The xx.

München - Das Londoner Indie-Pop-Trio „The xx“ gastierte am Freitag im Münchner Zenith. Die Konzertkritik:

Erstmal weg mit den Schuhen. Oliver Sim schwingt die Bassgitarre zur Seite, schlüpft aus seinen Tretern und wirft sie hinter die Bühne. "Viel besser", sagt er, bevor er zum nächsten Stück ansetzt. Gemütlich soll es sein im Münchner Zenith. Für das Trio von "The xx", aber auch für die Zuhörer. Nicht umsonst nennt sich die Musik, die die drei Londoner machen, auch "Dream Pop". Ihr Klang legt sich über das ausverkaufte Zenith und verbreitet wohlige Glückseligkeit. Wie ein Schluck heißer Milch mit Honig an einem kalten Wintertag.

Ganz in schwarz stehen sie in München auf der Bühne, umgeben von hallenhohen Spiegelwänden, in denen das Licht der Scheinwerfer bricht. Getrieben von wummernden Synthie-Beats, die Jamie Smith hinter einem Plexiglas-Gebilde produziert, wechseln sich Oliver Sim und die so schüchtern wirkende Romy Madley Croft in den Gesangspassagen ab. Der gesungene Dialog ist das Markenzeichen von "The xx". Sims tiefes Brummen und Crofts gehauchte Melodien, die nur von eingängigen Gitarrenpassagen und Smiths elektronischen Drums unterstützt werden.

Im Gepäck hat das Indie-Pop-Trio sein drittes Album "I See You", das von Kritikern mit Lob überschüttet wird. Wieder mal, denn schon die Vorgänger galten für viele als Meisterwerke des Minimalismus. Viel Effekt mit wenigen Tönen, das ist das Erfolgsrezept der Briten.

Ihrem federleichten Stil bleibt die Band natürlich auch in München treu. Für die Fans bedeutet das einen stimmigen Abend ohne größere Höhepunkte - die Zugabe "Angels", die das Publikum beinahe lauter singt als Romy Croft, mal ausgenommen. Für den Gelegenheitshörer mag sich hier und da Monotonie einstellen, klingen die Stücke von "The xx" doch mitunter sehr ähnlich. Aber heiße Milch mit Honig schmeckt ja auch nicht jedem.

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