Muffathalle voll

Konzertkritik zu Gisbert zu Knyphausen: „Die Welt ist grässlich, ...“

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Blaue Stunde: Gisbert zu Knyphausen mit Band – ein märchenhafter Abend in der Muffathalle.

„Die Welt ist grässlich, aber wunderschön“, singt Liedermacher, Sänger und Gitarrist Gisbert zu Knyphausen (38), der bei seinem Nachholkonzert am Donnerstagabend endlich sein neues Album „Das Licht dieser Welt“ präsentierte.

München - Etliche Bärte, junge Mädchen, Hippster - gediegener Mittelstand! Dicht an dicht stehen die Besucher in der Muffathalle und folgen Gisbert zu Knyphausen in andere Spähren. Dass es auf eine Reise geht, zeigt nicht nur die Montgolfière der Bühnendeko, die durch einen dunkelblauen Himmel schwebt, sondern auch das aktuelle Albumcover. „Es ist schön hier zu sein“, grüßt zu Knyphausen sein Publikum und macht dann gute zwei Stunden eine märchenhafte Reise klar. „Hier bin ich“, ist eine Reminiszenz an den Hamburger Singer-Songwriter Nils Koppruch (✝ 2012), mit dem er die Band Kid Kopphausen gründete. „Ich lege Wert auf gutes Benehmen, ich trage ein Messer zwischen den Zähnen.“ 

Ob besinnliche Stücke wie „Das Licht dieser Welt“ oder rockige Klänge mit „Cigarettes & Citylights“, die Songs der neue Veröffentlichung haben ein Themenspektrum – das Leben, die Liebe, aber auch den Weltschmerz und die Vergänglichkeit des Seins. „Wer bin ich“, ist die alles umfassende Frage. Zum Beispiel auch wenn zu Knyphausen in der „Linie 42 nach Finkenwerder und zurück“ unterwegs ist. Hamburger Melancholie an der Isar! 

Die Band spielt fast zu schön und einfühlsam – nur ab und zu klingt Dissonantes auf, um der Welt schönen Schein etwas zu lüften. Nicht ohne Grund nennt zu Knyphausen als musikalische und lyrische Einflüsse Ton Steine Scherben und Element of Crime. Das Publikum geht spätabends glücklich und melancholisch in einen nebelverhangene Nacht. So ist es, alles passt und wir freuen uns auf Deinen nächsten Besuch, lieber Gisbert. 

Bodo-Klaus Eidmann

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