Diskussionsrunde

Konzertsaal: Mit der Akustik das Erscheinungsbild wettmachen

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Auf Platz eins im Architektenwettbewerb kam die Planung des Büros Cukrowicz Nachbaur aus Vorarlberg.

Die „Freunde des Werksviertels“ diskutieren über den Architektenwettbewerb für den neuen Konzertsaal. Es gibt kritische Stimmen zum Sieger-Entwurf.

„Geschockt“ reagierte Konstantin Wilhelm Risken auf den Gewinnerentwurf des Münchner Konzerthauses. Er ist erster Vorsitzender des neuen Vereins „Freunde des Werksviertels“, der sich zum Ziel setzt, den Bürgern Berg am Laims eine Stimme bei der Umgestaltung dieses Areals zu geben. Um sich vorzustellen und Mitglieder zu gewinnen, nutzten Risken und seine Kollegen die Konzertsaaldebatte und luden zur Diskussion in Sichtweite des Grundstücks ein.

Risken und der zweite Vorsitzende Fabian Ewald hoffen auf eine großartige Akustik, damit das Innere durch außergewöhnliche Klasse das äußere Erscheinungsbild wettmacht. Zwei Mitdiskutantinnen dagegen zeigten sich auf den ersten Eindruck davon sehr angetan: „Abstrahierend“ sei der Entwurf. Da keine konkreten Erwartungen geschürt würden, „regt er die Fantasie an“ und wirke „öffnend, gewinnend“.

Viel wichtiger als alle auf Dauer erschöpfenden ästhetischen Debatten – und sicher auch zentrales Anliegen des Vereins „Freunde des Werksviertels“ – ist die Positionierung des Saals, was die künstlerische Ausrichtung im Viertel unweit des Ostbahnhofs betrifft. Will das Konzerthaus nur „Hochkulturtempel“ sein? Oder nutzt es das Klima der kreativen Gründerszene im Werksviertel, schlägt über die Nachtclubs und Popkonzerthallen eine Brücke zur Jugend und nimmt auch deren Kultur auf?

Gerade junge Leute wollen kreativ sein, sich künstlerisch auf vielfältige Weise ausleben. Dafür braucht es Ateliers und weitere Räume, die es zu auch nur einigermaßen bezahlbaren Preisen in München kaum gibt. Das Werksviertel ist und soll weiter ein solcher Ort sein, wie in der Diskussion klargestellt wurde. Hier, im ehemaligen Glasscherbenviertel, sollen in den nächsten Jahren 6700 weitere Arbeitsplätze und 1150 Wohnungen mit Grundschule, Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen entstehen.

Die „Freunde des Werksviertels“ stehen schon in Kontakt mit anderen Initiativen wie der „Stiftung neues Konzerthaus München“. Im Zusammenklang von Hochkultur, junger Kreativszene, Start-ups, Unternehmen und Partyleben kann sich tatsächlich ein pulsierender Stadtteil entwickeln, in dem sich alle Beteiligten gegenseitig inspirieren. Eine Aussicht, die Lust macht.

von Maximilian Maier

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