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Krass serviert: Fünf Sterne Deluxe lassen im Backstage Hip-Hop-Herzen höher hüpfen

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Von: Armin Rösl

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Fünf Sterne Deluxe
Hoch die Fünf: Fünf Sterne Deluxe im Backstage. © Armin Rösl

Ihr Debütalbum „Sillium“ ist geniales und verrücktes Werk zugleich. Fünf Sterne Deluxe spielten es im Backstage, „türlich, türlich“ auch andere Hits von Das Bo und Co.

München - München - Sie ziehen es tatsächlich durch: Fünf Sterne Deluxe spielen am Donnerstagabend im gut gefüllten Münchner Backstage ihr Debütalbum „Sillium“ (1998) in fast voller Gänze. Inklusive Wortbeiträge wie den „Sprachkurs deluxe“: „Bitte sprechen Sie jedes Wort nach. Bitte knacken Sie mit den Synapsen. Fohlenrolle. Fohlenbraten.“ Fünf-Sterne-Fans freilich kennen jedes Wort und folgen dem Befehl, auf der Stirn von allen anderen aber steht geschrieben: „Was machen die Typen da?“ Vereinzelt wird der Ruf nach „Musik!“ laut. Aber hey: „Sillium“ ist nichts für 08/15-Gangsta-Fuzzis, die auf dicke Hose machen, sondern was für Körper und Geist. Hilft nichts, da müssen auch beim Konzert im Backstage alle durch. „Synapsen!“

Fünf Sterne De...wer? Ha! Das Publikum im Backstage ist 30 plus, fürwahr stehen auch weit über 50-Jährige hier und nicken mit dem Kopf wie weiland Ende der Neunziger. Fünf Sterne Deluxe ist bestes deutsches Hip-Hop-Handwerk, bestehend heute noch aus den Gründungsmitgliedern Das Bo und Tobi Tobsen an den Mikrofonen (seit 2018 verstärkt von Luis Baltes) und DJ Coolmann an den Turntables. Und jetzt alle: „Die Leude woll’n, das was passiert. Die Leude woll’n, das was massiert. Die Leude woll’n das krass serviert. Die Leude woll’n uns!“

Fünf Sterne Deluxe
Das Bo, Luis Baltes und Tobi Tobsen (v.li.). © Armin Rösl

Wer tapfer die Pausenfüllertexte (die dank der Mischung aus Nuscheln von Das Bo und Technik im Backstage Werk eh keiner versteht) überstanden hat, bekommt es mit Krachern wie „Die Leude“ (vom zweiten Album „neo.now“, 1999) oder „Willst Du mit mir geh’n“ und „Dein Herz schlägt schneller“ (beides aus „Sillium“) oder „Ja, ja...Deine Mudder!“ („neo.now“) krass serviert. Da hüpft das Hip-Hop-Herz auf und ab und die drei Rapper Das Bo, Tobi Tobsen und Luis Baltes wetzen auf der Bühne hin und her, als wäre es 1999.

Es ist 2022, die Klamotten sind nach gut 90 Minuten Konzert durchgeschwitzt und Fünf Sterne Deluxe gewitzt wie eh und je. In Begleitung einer extrem guten Rhythmusband im Backstage: Toy Toy. Sonderapplaus!

„HipHop braucht kein Mensch – aber Mensch braucht Hip-Hop“, lautet der erste Satz auf „Sillium“. Alles irgendwie verrückt. Herrlich verrückt. „türlich, türlich (sicher, Dicker)„ ist denn auch das letzte Lied des Abends - die Solo-Granate von Das Bo aus dem Jahr 2000.

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