Gitarre so laut, dass es in den Ohren zwickt

Kritik: Das war Limp Bizkit beim Rockavaria 2018

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Der Königsplatz bebt ein letztes Mal - mit Limp Bizkit.

Das Finale ist geschafft: Limp Bizkit schaffte es dank des verhinderten Campino zum Headliner am zweiten Tag bei Rockavaria. Unsere Kritik ganz frisch - wenn auch etwas taub:

München - Ist das eine Schlafanzughose, die Fred Durst da trägt? Dazu rote Handschuhe und ein Baseball-Dress der New York Yankees. Nennen wir es mal Stil. Aber der Limp-Bizkit-Frontmann könnte auch nackt auf der Bühne stehen, die Menge würde trotzdem vom ersten Stück weg toben. Mit „Hot Dog“ geht es sofort zurück in die Glanzzeit der US-Rocker. Wenn Fred Durst eines kann, dann sein Publikum anheizen. 

Ein Hörsturz des Toten-Hosen-Frontmanns Campino beförderte Limp Bizkit zum Hauptact am Sonntag. So schnell wird man Headliner. Dabei ist es schon ein paar Tage her, dass Limp Bizkit mit ihren Alben „Significant Other“ und „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ die Charts stürmten. 

Mit Bands wie Korn und System of a Down ritten sie die Nu-Metal-Welle und prägten mit die Jugend vieler der heutigen End-Zwanziger. Doch das schwierige Verhältnis zwischen Frontmann Fred Durst und Gitarrist Wes Borland sorgte für eine längere Durststrecke. Borland verließ die Band gleich zwei Mal. 

Mittlerweile scheint der Haussegen wieder einigermaßen gerade zu hängen. Auf der Bühne jedenfalls lassen sich die beiden nichts anmerken. Seite an Seite preschen die einstigen Streithähne durch das Retro-Set. Schon früh feuern die Amerikaner mit „Rollin“ einen Klassiker ab. Und direkt im Anschluss beweisen die Rockavaria-Besucher ihre Gesangskünste bei der brachialen Cover-Version von George Michaels „Faith“, nur um mit „My Generation“ gleich wieder den Nacken zu strapazieren. Die Gitarre so laut, bis sie in den Ohren zwickt, Fred Dursts Stimme kurz vor der Kapitulation. So kennen wir Limp Bizkit. Und so lieben wir sie.

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