Auftritt im Krone: So müssen Konzerte sein!

LaBrassBanda: Show mit Überraschungsgast

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LaBrassBanda-Frontmann Stefan Dettl

München - LaBrassBanda feiern an fünf Abenden ihre Turbo-Blechbläser-Festspiele im Münchner Circus Krone. Wir waren am Freitagabend beim ersten Konzert - hier die ausführliche Kritik:

Es ist ein magischer Moment. Gerade noch ist auf der Bühne die Luzi abgegangen. LaBrassBanda hat das Publikum im Circus Krone mit ihren Blechbläsern, mit ihrem unverkennbar druckvollen Sound, der einen regelrecht durchpustet, zum Schwitzen gebracht. Vollgas von der ersten Konzertsekunde an, Durchschnaufen unmöglich. Aber dann sagt Sänger und ewige Rampensau Stefan Dettl: „Es wär’ schee, wenn sich alle im Stehbereich hihocka dadn.“

Nun ja, merkwürdiger Vorschlag, Sitzen bei LaBrassBanda geht doch nicht. Aber die Fans folgen. Einen Moment später ist die Band samt Tuba, Trompete und Posaune auch schon unten bei ihnen. Im ganzen Zelt plötzlich – Stille. LaBrassBanda spielt unplugged. Die Zuschauer zücken ihre Handykameras und machen Erinnerungsfotos. LaBrassBanda zum Anfassen. Unvergesslich.

Auch so ein Geheimnis der Burschen aus dem Chiemgau: Sie füllen Hallen in der ganzen Welt und sind momentan wahrscheinlich der berühmteste bayerische Musik-Export, aber trotzdem kommen sie in ihren Lederhosen wie die netten und nur ein bisserl gspinnerten Burschen von nebenan rüber, die mal wieder mit ihren besten Freunden abfeiern wollen. So richtig abfeiern. Oder in den Worten von Dettl: „Mia genga heit ob wia de Faki.“ Partyschweinchen-Alarm im Circus Krone. Grad schön.

Noch so ein magischer Moment am Freitagabend. Zufälliger Blick auf die Schlange beim Bierstand. Vier von zehn jungen Männern tragen das gleiche Konzert-Gwand: Turnschuhe, Shirt – und Lederhose. Tradition trifft Lässigkeit. Das ist natürlich kein Zufall, sondern das LaBrass-Lebensgefühl. Cool Bavaria anno 2013.

Stofferl Well als Überraschungsgast

Was soll man sagen, wie war das K onzert? Ganz einfach: heiß und gewaltig, der Circus Krone brodelt. Live ist LaBrassBanda eine Macht. Der amtierende bayerische Meister im Feiern. Auf der Bühne – barfüßige Feierbiester in Lederhosen. Und auch im Publikum tanzt sich so mancher in rauschartige Zustände. So müssen Konzerte sein. Und als dann plötzlich noch Überraschungsgast Stofferl Well auf der Bühne auftaucht, ist die Party des Jahres eh nicht mehr aufzuhalten. Er legt einen Schuhplattler vom Feinsten hin, zieht sich seine Wollmütze tief ins Gesicht und haut dann einen boarischen Rap, ein Krawall-Gstanzl raus, dass es eine wahre Freude ist. Thema des Raps: der faire Milchpreis. Zum Schreien komisch.

Ja, so läuft es bei LaBrassBanda: Die Überraschungen hören nicht auf. Sie spielen die alten Sachen, „Autobahn“ natürlich, und Stücke vom neuen Album „Europa“, dabei auch ihren Fast-Grand-Prix-Song „Nackert“. Allerdings erklärt Dettl vor versammelter Fan-Schar: „Bei dem Wettbewerb werden wir nicht mehr mitmachen.“ Applaus, Applaus im Publikum, gute Entscheidung – es ist doch schöner, die Band bei Live-Auftritten für sich zu haben, als sie mit Millionen-Fernsehpublikum teilen zu müssen. Da ist man als Fan eigen.

Das Verrückte, das Wunderbare: Das Konzert am Freitag war erst der Anfang der Münchner Turbo-Blechbläser-Festspiele. Am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag spielt LaBrassBanda schon wieder im Circus Krone (einzelne Karten – mit etwas Glück – gibt’s noch an der Abendkasse). So einen ausverkauften Fünferpack hat in der Landeshaupstadt schon lange keiner mehr hingelegt – und das sechs Jahre nach ihrem ersten Konzert im Krone. Damals waren sie noch ein schräger Geheimtipp – heute sind sie ein Pflichttermin.

Stefan Sessler

 

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