Konzertkritik

LaBrassBanda in der Olyhalle: Blasmusikpogo beim Marathonkonzert

10 Jahre LaBrassBanda: Stefan Dettl (Mitte) und seine Band spielen ein vogelwildes Marathonkonzert in der Olympiahalle.

Jessas! LaBrassBanda stürmen mit ihrem vogelwilden Musik-Mix die ausverkaufte Olympiahalle, lassen es beim Marathonkonzert am Samstagabend nur so scheppern. Lesen Sie hier unsere Konzertkritik:

München - Keiner sagt so schön „Dankschee“ wie Stefan Dettl. Und irgendwie möcht man auch keinem lieber glauben, dass er dankbar ist für so viel Gaudi, aber auch für so viel Zuneigung für eine Band, die ganz anders ist alle anderen. Die sich an keine Regeln hält und damit seit einem Jahrzehnt Erfolg hat. Da stehen sie, LaBrassBanda, sieben Burschen aus dem Chiemgau, wie immer barfuß und in Lederhosen, auf ihrer Rundbühne in der ausverkauften Olympiahalle. Eine Halle, von der man ihnen einmal gesagt hat, dass sie mit Trompeten, Tuba und Posaune unmöglich zu bespielen sei. „Is’ uns wurscht“, sagten LaBrassBanda und bespielten sie trotzdem. Bespielen? Bestürmen! Mit diesem vogelwilden Musik-Mix, den man gar nicht erst versuchen sollte einsortieren zu wollen.

Und eigentlich stehen diese narrischen Vollblutmusiker auch nicht auf der Bühne. Sie bespringen sie. Es ist, als hätten Dettl und Co. Luft für eine ganze Blaskapelle in den Lungen. „Mia spuin heid drei Stund“, verspricht Dettl. Wer die Band kennt, weiß, dass er’s ernst meint. Wer die Band nicht kennt, steht staunend da und sieht sie spielen wie von Sinnen, „Autobahn“, „Bierzelt“ und Live-Raritäten wie „Tecno“. Dabei hüpfen, zappeln und tanzen sie, und dann geht’s dahin. Blasmusikpogo in der Arena, Sitzplätze, auf denen keiner sitzt, sondern alles mitzappelt. Da möchte man sich die Schuh’ ausziehen und barfuß zu ihnen auf die Bühne springen und diese Energie von ganz nah erleben.

Was in kleinen Clubs und Bierzelten klappt, klappt auch in der Halle. 10 Jahre LaBrassBanda, und sie haben sich vorgenommen, den Laden zu zerlegen. Nach dem gefühlt fünfzigsten Dankschee an Freunde, Fans und Unterstützer sagt Dettl: „Mia blosn bis de Lippn reißn, des is uns wurscht.“ Fünf Alben inklusive der frisch erschienenen LP „Around the World“ gilt es zu spielen, sie nutzen jede Sekunde aus. München ist Jubiläumskonzert und zugleich das Finale der eben beendeten Welttournee, die sie sich zum Zehnjährigen gegönnt haben. Und an diesem Abend erfüllen sie sich noch einen Wunsch: Als Gast haben sie Stofferl Well, Ex-Biermöslblosn, eingeladen, spielen mit ihm das Stück „40 Cent“. Sein Rapp inklusive Schuhplattleinlage ist einer der Höhepunkte einer Show, die atemlos, vogelwild und „so vui schee“ ist. Das Münchner Publikum sagt: Dankschee, LaBrassBanda!

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