Konzert-Kritik

Lambert als würdiger Ersatz-Freddie: Queen rockt München

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Mitreißende Show: Adam Lambert mit Queen am Donnerstagabend in der Münchner Olympiahalle.

Der November ist reich an Gedenktagen, und da darf die Rockmusik nicht außen vor bleiben. 12.800 Fans in der ausverkauften Münchner Olympiahalle würdigten am Donnerstagabend Freddie Mercury, den prachtvollen Exzentriker. Und man muss sagen: Es war eine schöne Leich!

München - Trotz aller Vorbehalte gegen das Tun von Brian May, der Freddie nun schon seit 26 Jahren partout nicht in Frieden ruhen lassen will, lieferten die Reste von Queen mit Sänger Adam Lambert eine mitreißende Show. Der schrille Adam ist eine Villa Kunterbunt auf zwei Beinen, ein Groß-Gockel, der auch Freddie entzückt hätte. Und ein Abend, der mit „We will rock you“ samt Original-Gitarrist May beginnt, kann so verkehrt nicht sein. Oh ja, sie rockten München!

US-Castingstar Lambert ist definitiv der würdigere Ersatz-Freddie als der fade Paul Rodgers, mit dem Brian May und Drummer Roger Taylor einst tingelten. Grandezza, Drama, Arschwackeln – Adam hat’s drauf. Bei „Bicycle Race“ radelt er allen Ernstes in einem pinken (!) Dreirad auf die Bühne. So schwül ging’s auch damals bei Freddie zu. Singen kann der exaltierte Knabe auch, halleluja! „Another One bites the Dust“, „Fat bottomed Girls“, „Don’t stop me now“ - Lambert versucht bei seinem Hit-Feuerwerk gottlob nicht, Freddie zu imitieren, aber er trifft auch die höchsten Töne fabelhaft.

Dass er nicht Mr. Mercury ist, dafür „entschuldigt“ er sich ausdrücklich: „Ich bin ein Fan von Freddie, genau wie Ihr alle!“ (Adams)-Äpfel soll man eh nicht mit Birnen vergleichen. Schlussendlich erinnert das Konzert an eine erstklassige Tribute-Show. Nur dass hier eben 50 Prozent der Band original sind, und dass Brian May die Gitarrensoli von Brian May immer noch famos spielt. „Tie your Mother down“ zum Beispiel - Oida, was für ein Brett! Der Tribute ist zudem großartig inszeniert, zum Beispiel, wenn Lambert auf dem Kopf von Roboter Frank die „Killer Queen“ hochleben lässt.

Und wem es nicht das Herz zerreißt, wenn Brian im Video-Duett mit Freddie „Love of my Life“ singt, der hat die 80-er nicht erlebt. Beim Bowie-Kracher „Under Pressure“ wird der Frosch im Hals dann riesengroß. Man kann ja manches sagen gegen Brian May – aber mehr Gänsehaut als mit Freddie und David geht nicht!

Jörg Heinrich

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