Dire-Straits-Gitarrist

Mark Knopfler in der Olympiahalle: Die Konzert-Kritik

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Der frühere Dire-Straits-Frontmann Mark Knopfler.

München - Mark Knopfler hat das Publikum in der ausverkauften Münchner Olympiahalle begeistert. Hier lesen Sie die Konzert-Kritik.

Going Home heißt Going Home bei Mark Knopfler – da hilft auch der ohrenbetäubende Jubel in der ausverkauften Münchner Olympiahalle nicht. Nach zwei Stunden verabschiedet Knopfler sich mit der Titelmelodie aus Local Hero und hinterlässt ein begeistertes Publikum.

Allerdings ist die Frage, wie oft sich Knopfler noch mit so wenig Aufwand so viel Euphorie erspielen wird. Natürlich beherrscht Knopfler die Gitarre immer noch spektakulär gut und hat prächtige Lieder im Repertoire. Aber gemessen an seinen eigenen Standards wirkt Knopfler unausgelastet. Die Song-Auswahl erscheint etwas beliebig und die Arrangements sind für einen großen Konzertsaal nur überschaubar geeignet, zumal der Sound aus den zahllosen Lautsprechern bedenklich oft an die Konsistenz von halbgefrorenem Apfelkompott erinnert. Knopflers Stimme, ohnehin nicht die kräftigste der Welt, geht regelmäßig irgendwo im Rund der Olympiahalle verschütt.

Auch nach den Dire Straits hat Knopfler sehr schöne Stücke geschrieben, aber an diesem Abend spielt er sie nicht und führt stattdessen keltisch angehauchten Pop auf, den ein Sitznachbar irgendwann mit dem bösen „F-Wort“ kommentiert: Fußgängerzonentauglich. Ein hartes Urteil, zu hart vielleicht, aber was stimmt – der Mann hat in München schon sehr, sehr viel bessere Auftritte absolviert. In früheren Konzerten hat sich Knopfler akribisch in jeden Ton versenkt und mit einer stimmigen Dramaturgie das Publikum regelrecht in Trance gespielt. Das ist offenkundig vorbei. Dafür ist Knopfler diesmal sichtlich aufgekratzt und für seine Verhältnisse nachgerade geschwätzig. Man ertappt sich dabei, den alten wortkargen Perfektionisten Knopfler herbeizusehnen, der fast schon mürrisch großartige Musik machte. Die alte Lässigkeit ist einer gewissen Wurschtigkeit gewichen und das tut einem als alten Fan ein bisschen weh. Danach radelt man schnell nach Hause, um sich die erste Dire-Straits-LP anzuhören und sich zu vergewissern, dass es mal gute Gründe gab, Fan zu sein.

Zoran Gojic

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