Merkur-Kommentar

Ausweichspielstätte für Gasteig: Ideallösung Kongresssaal

MM-Redakteur Markus Thiel.  

Der Kongressaal im Deutschen Museum als Exil-Spielstätte während der Gasteig-Sanierung: Merkur-Redakteur Markus Thiel kommentiert diesen Plan. 

„Arm, aber sexy“ sei Berlin, so scherzte Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit gern. Das Deutsche Museum ist nicht einmal sexy. Umso gelegener müsste den Verantwortlichen ein Geldgeschenk der Stadt kommen. Einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ausschlagen, den München spendieren würde, um den Kongresssaal als Interimsspielstätte für den Gasteig herzurichten – eine solche Anti-Haltung ist verwunderlich bis fahrlässig.

Seit Jahren produzieren die Entscheidungsträger um Museums-Chef Wolfgang Heckl nur Wolkiges, wenn sie ihr Nein zu einer Musikspielstätte auf der Isar-Insel begründen. Ausgerechnet jetzt wird das große Konzept angekündigt. Warum man mit der Verwirklichung nicht bis nach der Renovierung des Gasteig warten kann, vermag allerdings keiner genau zu sagen. Außerdem ist völlig offen, ob Bund und Freistaat den Finanzplan für das museumseigene Konzept überhaupt absegnen.

Die Praktiker aus der Kulturszene haben Recht. Einen besseren Exil-Standort als den Kongresssaal gibt es nicht. Ab sofort müssen die Museumsleute also mit Argumenten konfrontiert werden. Auch um eine womöglich beabsichtigte Maximallösung zu verhindern: den Kongresssaal verrotten zu lassen, um den Bau ganz abzureißen.

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