Er brachte in München die große Hits mit 

Rod rockt! Altmeister Stewart begeistert in der vollen Olympiahalle

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Er kann’s immer noch: Rod Stewart in München

Dieser Ritter hat noch lange keinen Rost angesetzt. Sir (!) Rod Stewart macht am Mittwoch in der fast ausverkauften Olympiahalle eine klare Ansage: „Zwei Stunden, 25 Songs, habt viel Spaß!“ – punktgenauer Beginn, keine Vorband und Umbau-Warterei, so wünscht man sich das. 

Mitgebracht hat er die großen Hits von I don’t want to talk about it bis Baby Jane. Und weil viele davon in den 1980er-Jahren entstanden sind, hat sich der Brite wohl gedacht: Machen wir gleich eine 80er-Show draus. Die Kostüme sind, nun ja, mutig. Die Band in pinken Sakkos, der Sir selbst im für ihn typischen vogelwilden Zirkus-Outfit. Und dann hüpfen sechs leicht bekleidete Tänzerinnen in High Heels auf die Bühne. „Was fürs Auge“, kommentiert Stewart grinsend. Doch – ein Glück! – die Ladys sind nicht bloß wahr gewordene Altherrenfantasie. Allesamt vom New Yorker Broadway gecastet, können sie mehr als hübsch aussehen und ­bezaubernd lächeln. J’anna ­Jacoby tobt sich an der Geige aus, Adrianna Thurber am Banjo; und Julia Thornton spielt mit einer Inbrunst die Percussions, dass die Art, wie sie dazu ihre blonden Haare schüttelt, nicht lasziv, sondern herrlich lebensfroh wirkt. Ein weiters Konzert-Highlight erwartet München am Montag, den 24. Juni. Dann ist Phil Collins zu Gast im Olympiastadion.

Wie die ganze Show. Wenn Stewart die eine Tänzerin auch aufs Haar küsst, sich bei der anderen auf den Schoß setzt – nie wirkt es peinlich nach #MeToo, sondern eher nach Spaß­vogel-Opa, der mit seinen Enkelinnen eine Party feiert. Ein ziemlich cooler Opa. „Geht’s allen gut?“, ruft er den Münchnern zu. Um dann mit ehrlichem Lächeln zu betonen: „Mir sehr!“

Doch auch bei dem 74-Jährigen ­gehen das Alter und der überwundene Krebs nicht spurlos vorüber. Die ­zweite Hälfte bestreitet er vornehmlich im Sitzen. Macht rein gar nichts. Entscheidend ist, dass er auch heute noch unnachahmlich The first cut is the deepest, You’re in my heart oder Have I told you lately singt. All die Evergreens, die die Herzen zum Glitzern bringen. Wie sein Glitzerjackett samt passenden Schuhen im Finale. Wenn die Luftballons von der Decke fallen – und die Zuschauer zu Da ya think I’m sexy wie auf einem Kindergeburtstag damit spielen. Wirkt das alles auch etwas aus der Zeit gefallen, Sir Rod ist zeitlos gut. Time is on his side.

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