Lagerfeuer-Romantik vor 12.000 Fans

Andreas Gabalier in Münchner Olympiahalle - Volks-Rocker tritt für Fans überraschend anders auf

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In München erlebten seine Fans einen überraschend anderen Andreas Gabalier.

Andreas Gabalier spielte am Samstagabend in der Münchner Olympiahalle vor 12.000 Menschen - und überraschte seine Fans mit Lagerfeuer-Romantik.

München - Eigentlich müsste es ihm vergleichsweise klein vorgekommen sein. Andreas Gabalier ist inzwischen anderes gewöhnt: ausverkaufte Stadien, Rekorde. Da dürften die 12.000 Zuhörer – so viele waren es laut Gabalier am Samstagabend in der Olympiahalle – beschaulich auf ihn gewirkt haben. 

Ausverkauft war das Konzert, freilich. Und trotzdem, eine Kleinigkeit war anders. Wer eine Hallen-Version der Stadien-Spektakel erwartet hatte, dürfte schnell gemerkt haben, dass sich der Steirer Bua für diesen kalten Novemberabend etwas Neues überlegt hat. 

Andreas Gabalier in Olympiahalle in München - er tritt für Fans überraschend anders auf

Beinahe heimelig ist’s, und das nicht erst, als Gabalier ganz zum Schluss am Lagerfeuer und nur begleitet von Cello und Gitarre „Amoi seg ma uns wieder“ anstimmt.

Wo für andere Musiker 12.000 eine unglaubliche Zahl ist, bedeutet sie für den Österreicher ein intimeres Konzert – eine Herausforderung, die er meistert. Dafür wählt er andere Lieder. Und eine andere Aufmachung.

Gabalier in München: Auf Hulapalu warten Fans fast bis zum Ende

Er rückt zwar nicht ganz ab von seiner Stadion-Bühne mit dem großen, runden Monitor im Zentrum, hat aber alles entsprechend verkleinert. Statt des hufeisenförmigen Bogens führt ein langer Steg fast in die Mitte der Arena. Und auf „Hulapalu“ wartet die Halle fast bis zum Ende des Abends.

Ton macht Probleme: Gabalier in München teils kaum zu verstehen

Getrübt wird das Erlebnis höchstens vom stellenweise schlecht abgemischten Ton: Bei manchen Liedern sind Gabalier und seine hervorragenden Background-Sängerinnen kaum zu verstehen. Das ist schade, aber er macht es mit einer guten Show wett: Heimatverbunden und kernig („Dahoam“, „Bergbauernbuam“), hier und da ernst und leise („Horizont“, „A Meinung haben“). Dem 33-Jährigen gelingt musikalisch die Balance zwischen Hüttengaudi und Lagerfeuerromantik.

Und dann ist da natürlich der Faktor Gabalier. Der nur ein bisserl „oaschwackeln“ muss, damit ihm die versammelte dirndlgewandete Frauenwelt zu Füßen liegt. Und zu dem die Burschen auch deswegen staunend aufblicken. Es gehört zum Gesamtbild, dass er dabei ein bisserl Macho ist, ein bisserl Bazi. Das mag nicht jeder, das weiß Gabalier, er macht es bei jedem Auftritt bewusst zum Thema.

Gekommen sind aber an diesem Abend eh Menschen, die das Phänomen Andreas Gabalier feiern: Das Münchner Publikum, ob in Halle oder Stadion, findet ihn hörbar gut. Er fühlt sich verbunden mit München, sagt er, und man glaubt es ihm. Es ist seine zehnte Show in der Stadt, ein kleines Jubiläum, er erzählt vom ersten Auftritt, sechs Leute wollten ihn damals sehen. Heute sind es freilich ein Vielfaches mehr.

Nächstes Jahr feiert er sein Zehnjähriges. Gefeiert wird wieder im Stadion. Und er wird sich mit Sicherheit etwas einfallen lassen, um seinem treuen Publikum einen weiteren grandiosen Abend voller Volks-Rock’n’Roll zu bescheren. Im Juni trat Gabalier zuum letzten Mal in München auf - auch da furios.

kb

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