Viva con Agua Arts in München

So wollen Künstler auf der Artmuc-Messe für Wasser kämpfen

Lerke Nennemann verbindet in ihren Werken auf eine dynamische Weise Farbe und Form.
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Artmuc-Besucher können Lerke Nennemann in München treffen.

In München kommen wieder etliche Künstler auf der Artmuc 2021 zusammen. Eine Organisation setzt sich mit ihrer Kunst für Trinkwasser ein.

„Kunst darf gefallen und darf gekauft werden“, sagt Raiko Schwalbe, Veranstalter der Artmuc in München. Auf der Praterinsel und dem Isarforum am Deutschen Museum können Interessierte vier Tage lang zeitgenössische Kunst aus jeglichen Preisklassen bestaunen, erwerben und mit über 120 Künstlerinnen und Künstlern in direkten Kontakt treten. Ungefähr einen Monat zuvor startete die Münchner Artmuc mit einer Sonderausstellung in den Kunstherbst 2021.

Kunstmesse in München: Viva con Agua Arts präsentiert auf der Artmuc zwei ihrer Künstler

Schwalbe präsentiert in diesem Jahr unter anderem die Viva con Agua Arts, mit der er seit Jahren in engem Kontakt steht. Die gemeinnützige Organisation unterstützt unter dem Motto „Art creates Water“ (Kunst erschafft Wasser) nicht nur Trinkwasser- und Sanitärprojekte, sondern auch Kunstschaffende. Ein Merkmal der Artivisten ist, dass sie die universelle Sprache von Kunst, Musik und Sport nutzen wollen. 3,6 Millionen Menschen weltweit wurde so bereits der Zugang zu sauberem Trinkwasser, Toiletten, Hygieneeinrichtungen sowie Schulungen und Ausbildungen ermöglicht.

Zwei ihrer Künstler kann man auf der Artmuc treffen: Lerke Nennemann, gebürtige Hamburgerin, legt in ihren Werken Wert auf eine dynamische Beziehung zwischen Farbe, Form, Struktur und Proportionen. Für sie ist es die erste Kunstmesse. Die Werke Nennemanns erstrecken sich von großformatigen Acrylleinwänden bis hin zu kleinteiligen Papierarbeiten. Farbig oder schwarz-weiß – für großes oder kleines Geld.

Eine klare Handschrift lässt sich bei den augenschmeichelnden Werken Nennemanns weniger erkennen. Zwar könnten der norddeutsche Vorname und einige abstrakte Kompositionen in dezenten Farben eine Nähe zu skandinavischer Kunst vermuten lassen. In dieser Nische sieht sich Lerke Nennemann aber nicht.

Viva con Agua Arts setzt sich auch für Frauen in der Kunst ein

Marc David Spengler, Jahrgang 1995, studiert an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Er vereint Graffiti-Kultur, Feinheit der Linienführung und kräftige Farben auf Papier. Wesentliche Stütze für seine Arbeiten sind Skizzenhefte, in die er mit Markerstiften farbenfrohe Illustrationen zeichnet. Mit beeindruckend ruhiger Hand weiß der Student expressive Schattierungen zu setzen, seine Bilder sind jung, humorvoll und bunt. Sie haben Wiedererkennungswert. Um die 40 Exponate haben die beiden Künstler für die Artmuc im Gepäck – in der Hoffnung, auf zahlreiche Käufer zu treffen und Aufmerksamkeit für ihr Wasser-Vorhaben zu bekommen. Und für die Künstler kann die Artmuc auch ein Karrieresprungbrett sein.

Marc David Spengler hebt sich mit seinem jungen und frischen Stil ab.

Seit zwei Jahren hilft Viva con Agua Arts außerdem Frauen in der Kunst. Bei einer Inventur entdeckte man, dass von 115 Werken nur fünf von Künstlerinnen stammten. Um dem entgegenzuwirken, richtete die Organisation mehrere Ausstellungen aus, auf denen ausschließlich Werke von Frauen zu sehen waren. Mittlerweile hat sich der Verband noch diverser aufgestellt und kümmert sich auch um die Werke nicht binärer Personen. Kunst für alle von allen eben. Die Artmuc geht vom 14. Oktober bis zum 17. Oktober, nähere Informationen gibt es unter artmuc.info.

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