Schade um die gute Idee

Chris de Burgh in der vollen Münchner Philharmonie eher enttäuschend

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Chris de Burgh spielte am Donnerstag in der Philharmonie in München. Er hatte seine Hits im Gepäck, trotzdem war es eher enttäuschend. (Archivbild)

Chris de Burgh spielte am Donnerstag in der Philharmonie in München. Er hatte seine Hits im Gepäck, trotzdem war es eher enttäuschend.

München - Einem nimmermüden Wanderbarden gleich zieht Chris de Burgh durch die Welt und trägt seine oft romantischen, manchmal nachdenklichen Geschichten vor. Mal solo, mal mit Band. Am Donnerstagabend war er wieder mit Band in der vollen Philharmonie. Ein Hit war’s nicht. 

Der Gesang viel zu leise, die Instrumentierung unpassend, weil Rockband-gleich (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards). Dabei hätte sie gerade im ersten Teil authentischer sein müssen. Chris de Burgh ist ein wundervoller Erzähler und zweifelsohne einer der besten Komponisten der Neuzeit, also außerhalb der klassischen Musik. 

Seine Idee, auf der aktuellen Tour im ersten Teil das Konzept-Album „Moonfleet & Other Stories“ (aus dem Jahr 2010) von Anfang bis Ende zu spielen, inklusive Filmsequenzen im Hintergrund und Erzählstimme aus dem Off, ist eine sehr gute Idee gewesen. Die Ausführung auf der Bühne aber ist mau. Die Abenteuergeschichte um Schmuggler, Piraten, einen Diamanten und um Liebe wird mit Popmusik sowie mit Seemanns- und Irish-Folk-Klängen erzählt. Normalerweise. 

Aber: Fidel, Akkordeon und Co. kommen bei der Tour nur vom Computer. Da kann der 71-Jährige noch so munter eine Art Seemanns-/Volkstanz aufführen, es passt einfach nicht. Echt schade, weil es „Moonfleet & Other Stories“ nicht gerecht wird. Würde de Burgh doch einen Folk-Instrumentalisten dabei haben oder das Album einfach allein mit Gitarre darbieten. 

Na ja, im zweiten Teil spielen de Burgh und seine Vier-Mann-Band (darunter der Ex-Robbie-Williams-Gitarrist Neil Taylor) das Hit-Erfolgs-Album „Into the Light“, am Schluss kommt bei „Don’t Pay The Ferryman“ und „High on Emotion“ doch noch Stimmung auf. Aber auch hier: Des Barden Stimme hat keine Chance gegen die Band. Hey: Chris de Burgh ist doch kein Rocker! Er ist ein Geschichtenerzähler, der bei „Lady in Red“ durchs Publikum spaziert und seinen Fans das Gefühl gibt, einer der ihren zu sein. Das nächste Mal bitte lieber wieder solo. 

Armin Rösl

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