So war das Konzert

Alterslose Helden des Hip Hop: Die Fanta 4 in der ausverkauften Olympiahalle

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Die Fantastischen Vier am Sonntagabend in der Olympiahalle

30 Jahre nach ihrem ersten Auftritt waren die Fantastischen Vier am Sonntagabend in der ausverkauften Olympiahalle zu sehen - so war das Konzert:

München - Die Zeit für Heldentaten ist gekommen. Das spürt man beim Blick in das Rund der Münchner Olympiahalle. 1961, da waren die vier Schwaben Michi Beck, Smudo, Thomas D und And. Ypsilon noch gar nicht geboren, erfand ein gewisser Stan Lee ein Superhelden-Team namens „Fantasic Four“. Ein paar Jahre später brauchte der Hip Hop Helden - und die Fantastischen Vier erfanden sich selbst. Ihre Superkräfte: ausgefeilte Sprechgesangsmusik, ein Gespür für fette Beats, Alterslosigkeit und beneidenswerte Coolness, die zum gemeinsamen Nenner für die Generation Snapchat und deren Eltern gleichermaßen reicht.

30 Jahre Fantastische Vier - vom ehemaligen Kindergarten in die ausverkaufte Olympiahalle

30 Jahre ist es her, dass die Fantas zum ersten Mal gemeinsam aufgetreten sind. Waren es im Sommer 1989 ein ehemaliger Kindergarten in Stuttgart-Wangen und eine selbstgebaute Bühne aus Euro-Paletten, ist es heute die ausverkaufte Olympiahalle. Heldenhaft der Titel von Tour und Album: „Captain Fantastic“.

Ja, in München ist eindeutig die Zeit für Heldentaten gekommen. Auf der guten Seite des Hip Hop bringen die Fantas die Halle mit ihren neuen Songs aus dem Stand auf Betriebstemperatur. Blödelrapper waren sie noch nie, jetzt als Helden über 50 erlauben sie sich auch kritische Töne. Sie mischen sie geschickt unter ihr Hitfeuerwerk, zwischen „Sie ist weg“ und „Die da“ erklärt Smudo, was die Band von Populisten hält: „Nazis raus!“, ruft er dem jubelnden Publikum entgegen.

Fantastische Vier in der ausverkauften Olympiahalle in München: Wirbelwinde in der „zweiten Heimatstadt“

Und der Jubel ist unüberhörbar in der „zweiten Heimatstadt“ der Fantas. Wie vier Wirbelwinde fegen sie durch ihr Heldenepos, fantastisch begleitet von ihrer Live-Band. Da erleben selbst Fans der ersten Stunde Überraschungen. Wie den Rap des Mannes, der sonst vorwiegend schweigend an den Turntables steht: And. Ypsilon holt sich den verdienten Jubel mit einem Grinsen ab. Oder Smudos Besuch im Publikum bei „Spießer“, bei dem er quer durch die Arena marschiert.

Anders als im Superhelden-Comic, in dem die Helden normalerweise fallen müssen, um umso glorreicher wieder zum Ruhm aufzusteigen, haben die Fantastischen Vier diesen Teil in ihrer inzwischen jahrzehntelangen Geschichte ausgelassen. Der Einfachheit halber halten sie es an diesem Abend, bei diesem Familienfest des Hip Hop, genauso. Ein umjubelter Auftritt samt umjubeltem Finale. Vielleicht keine klassische Heldentat. Aber auf jeden Fall fantastisch, diese Vier!

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