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München: Kunstforum zeigt junge Talente - schöne neue Welt

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Von: Katja Kraft

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Lukas Mletzko (2. v. re.) beschäftigt sich in Werken wie diesem mit unserer Zukunft. Sie hängen nun in der Münchner Bank. Kuratiert ist die Schau, die auch Bilder von Angela Stauber (re.) zeigt, von Sonja Lechner (Mi.).
Halb Mensch, halb Maschine: Lukas Mletzko (2. v. re.) beschäftigt sich in Werken wie diesem mit unserer Zukunft. Sie hängen nun in der Münchner Bank. Kuratiert ist die Schau, die auch Bilder von Angela Stauber (re.) zeigt, von Sonja Lechner (Mi.). © Stefan Heigl

Das Münchner Kunstforum in der Münchner Bank zeigt junge Talente der Akademie der Bildenden Künste. Kunstexpertin Sonja Lechner in der neuen Schau nun Lukas Mletzko und Angela Stauber ausgewählt. Sie präsentieren ihre Werke jetzt mitten in München. Kostenfrei - und inspirierend.

Blickt uns hier die Zukunft entgegen? Lukas Mletzko malt Porträts. „Wenn Leute sie betrachten, heißt es oft: Das ist doch kein Porträt – schließlich sieht man darauf keinen Menschen“, erzählt der Künstler. „Und schon sind wir drin im Thema.“ Sein Thema, das ist: Wie sieht der Mensch der Zukunft aus? Wird der Traum von Transhumanisten wahr, die daran forschen, durch Computer- und Gentechnik „bessere“ Versionen heutiger Erdenbürger zu schaffen? „Das macht einem Sorge, wie in dieser Richtung experimentiert wird“, findet Mletzko, der 2017 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste abgeschlossen hat. Seine Werke spiegeln diese Sorge wider. Graue Relikte menschlicher Gesichtszüge hat er in Öl auf Leinwand gemalt, der Mensch scheint aufgelöst in seine verschiedenen Bauteile. Das hat was von Arnold Schwarzeneggers Terminator. Und erinnert an Friedrich Dürrenmatts „Physiker“: „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“

Lukas Mletzkos Transhumanisten in Öl auf Leinwand.
Wie der „Terminator“: Lukas Mletzkos Transhumanisten in Öl auf Leinwand. © kjk

Nun hängen seine Arbeiten in der Münchner Bank am Frauenplatz. Kunstexpertin Sonja Lechner hat mit Vorstandsvorsitzender Sandra Bindler wieder zur Vernissage geladen. Wie berichtet, bietet die Bank jungen Künstlern zwei Mal im Jahr eine Ausstellungsfläche im gesamten Stammhaus, damit sie ihre Werke mitten in München zeigen können. Der Verkaufspreis geht zu 100 Prozent an die Ausstellenden.

Neben Mletzko ist das diesmal Angela Stauber. Auch sie blickt in die Zukunft. In ihren filigranen Arbeiten schafft sie mit bunter Folie architektonische Welten. Wie Bauklötzchen wirken die blauen, grünen, roten Formen, die Stauber im Laufe einer Serie von Collagen immer weiter strukturiert. Aus Chaos wird klare Form. „Bold“ heißt der Titel des letzten Bildes, zu Deutsch: deutlich, kühn. Ein künstlerischer Appell dazu, sich mutig für eine Struktur zu entscheiden, wenn es gilt, die Architektur des eigenen Lebens zu zeichnen. Das muss keine Angst machen, denn die leuchtenden Klötzchen vermitteln den Eindruck: Alles ist im Wandel, eine einmal gewählte Form kann auch wieder verändert werden. Welche Welt wir schaffen, es liegt in unserer Hand.

Angela Staubers Folienarbeiten
Bunte Zukunftswelten? Angela Staubers Folienarbeiten. © Stefan Heigl

Münchner Meisterklasse im Kunstforum Münchner Bank, Frauenplatz 2. Eintritt frei.

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