Olympiahalle München

Konzertkritik: "Sabine"? Five Finger Death Punch!

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Five Finger Death Punch fegten durch die Olympiahalle.

Five Finger Death Punch gastierten am Montagabend in der Olympiahalle - mit orkanartiger Gewalt: die Konzertkritik.

  • Five Finger Death Punch waren am Montag (10.2.) in der Olympiahalle in München.
  • Vom ersten Song an gab es geballte Kraft.
  • Die Konzertkritik.

München - Im Vergleich zum Orkan, den Five Finger Death Punch am späten Montagabend entfacht haben, war "Sabine" ein laues Lüftchen. Mit fulminanter Gewalt sind Sänger Ivan "Ghosty" Moody um punkt halb zehn hereingebrochen, dass es das Publikum in der ausverkauften Olympiahalle schier umgeblasen hat. Liebes Sturmtief "Sabine": So geht Orkan! Vom ersten Song ("Lift me up") geballte Kraft, spätestens bei Nummer 4 des Abends, "Jekyll and Hyde" gibt's kein Halten mehr: Headbanging, Moshen und fliegende, volle Bierbecher überall. Und das alles, ohne Schäden anzurichten.

Kurze Pause. Bevor es mit dem Orkansturm weitergeht, sei noch Megadeth erwähnt. Mastermind Dave Mustaine, immerhin schon 58 Lenze alt, bläst als Support 50 Minuten ein starkes Lüftchen durch die Halle. Mit seinem näselnden, undeutlichen Gesang ist er seit 1983 der Bob Dylan des Trash-Metal, aber auch aufgrund seines sehr guten Songwritings. Dass er, nach gerade erst überstandener Kehlkopfkrebs-Erkrankung, überhaupt auf der Bühne steht und, naja, singt, grenzt eh an ein Wunder. Seine Metal-Kraft hat er zum Glück nicht eingebüßt. Ach, und wegen des Gesangs hat man Megadeth sowies nie gehört. "Peace sells...but who's buying" - Die Halle erreicht Sturmtemperatur.

Five-Finger-Death-Punch-Orkan in der Olympiahalle München

Jetzt aber: festhalten, anschnallen, und los: der Five-Finger-Death-Punch-Orkan! Riesiger Totenkopf mit gekreuzten Baseballschläger über der Bühne. Feuer. Laser. Lichter. Konfetti. Rauchschwaden. Zwei Gitarren. Ein Bass. Ein Schlagzeug. Schweißtreibend. Antreibend. Laut. Klar. Scharf. Ein Ivan "Ghosty" Moody, der in knallgrüner Hose mal singt, mal schreit und auf der Bühne rumhüpft und tobt wie der Kasperl, dem die Großmutter giftige Schwammerl gekocht hat.

Keine Angst, Five Finger Death Punch machen zwar auf böse, aber auf der Bühne wollen sie nur eines: Spaß haben. Mit dem Publikum. Laut, und auch mal leise. Sogar a cappella: "Ghosty" singt ohne Instrumente ganz allein mit dem Publikum "Wrong Side of Heaven". Gänsehaut. Zum Durchschnaufen und noch mehr Gernhaben gleich "Battle Born" mit Akustikgitarre-Intro und Country-Cover "Blue on Black" (Original von Kenny Wayne Shephard) hinterher.

Danach fegt wieder der Five Finger Death Punch-Orkan durch die Halle. Alles, was nicht angebunden ist, wird weggeblasen von der Kraft, die die fünf Männer aus dem Südwesten der USA verströmen. Keine Chance, sich dem zu entziehen. Bis zum Schluss bei "The Bleeding". Wie heißt es so schön? "Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür." Am Montagabend hieß es: "Bei diesem Wetter jagt man jeden Metal-Fan zu Five Finger Death Punch!" Wer war nochmal "Sabine"? 

Armin Rösl

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