1. tz
  2. München
  3. Kultur

Isarphilharmonie: Erste Band spielt im neuen Konzertsaal

Erstellt:

Von: Michael Schleicher

Kommentare

Die Jazzrausch Bigband im Porträt.
Die Jazzrausch Bigband spielte jetzt als erste Band in der neuen Isarphilharmonie in München. © Marc Wilhelm/Jazzrausch Bigband

Die Isarphilharmonie ist die Heimat der Münchner Philharmoniker. Jetzt hat mit der Jazzrausch Bigband die erste Band in Münchens neuem Konzertsaal gespielt. Unsere Kritik:

Jetzt, und wirklich erst jetzt, ist Münchens Isarphilharmonie eröffnet. Am Samstag stand die erste Band auf der Bühne des neuen Konzertsaals. Stand? Von wegen! Die Jazzrausch Bigband wuchtete ein Welle aus Energie, Sound, Beats und ordentlich guter Laune durchs ausverkaufte Haus. Mal eben den Saal schwindling spielen? Eh klar. Völlig überflüssig war es da, dass Bandleader und Posaunist Roman Sladek an die „Tanzpflicht“ erinnerte – nach ein paar Minuten saßen im Publikum sowieso nur noch wenige, egal ob sechs oder 76.

Anders geht’s auch kaum. 2014 in München gegründet, spielt die Jazzrausch Bigband einen ziemlich heißen Mix aus Jazz, House, Techno. In der Isarphilharmonie gastierte sie mit dem Best-of-Programm „Bangers only“ – und da jede Position in der Truppe doppelt besetzt ist, durfte auch jede Künstlerin, jeder Künstler mal ran bei dieser mehr als zwei Stunden langen Hit-Sause. Ihr Zusammenspiel sitzt auf den Punkt, Energie können sie, virtuos sind sie und das Schneller, Wilder, Lauter beherrschen sie aus dem Effeff. Aber bei aller musikalischen Wucht, bei allen tanzbaren Beats lässt Arrangeur und Komponist Leonhard Kuhn in fast jeder Nummer einen herrlich schrägen musikalischen Witz aufblitzen.

Jazzrausch Bigband: „téchne“ heißt das aktuelle, famose Album

Vom aktuellen, famosen Album „téchne“ gab’s etwa die Hugo-Ball-Bearbeitung „Der Literat“ sowie eine sauber angefettete Hochgeschwindigkeits-Version von „AI 101“. „Back home“ vom Debüt „Prague Calling“ (2015) bewies, wie gut die Stücke altern, und in der hinreißenden Bearbeitung des Streichquartetts Nr. 14 zeigte die Truppe, dass Beethoven eigentlich ein totaler Techno-Jünger war.

Ach ja: In der Isarphilharmonie lassen sich die Sitze leicht abschrauben. Das wäre der Vorschlag fürs nächste Mal.

Lesen Sie hier unser Interview mit Jazz-Schlagzeuger Wolfgang Haffner, der als Gast auch auf dem aktuellen Album „téchne“ (Act Music) der Jazzrausch Bigband zu hören ist.

Auch interessant

Kommentare