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Putin und Punk: Pussy Riot in den Münchner Kammerspielen

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Von: Michael Schleicher

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Auftritt von Pussy Riot in den Münchner Kammerspielen.
Punk gegen Putin: Pussy Riot in den Kammerspielen. © Oliver Bodmer/Münchner Merkur

Die Putin-Kritikerinnen Pussy Riot spielten am Dienstagabend (17. Mai 2022) in den Münchner Kammerspielen. Im Anschluss diskutierten Maria Aljochina und Diana Burkot mit dem Publikum im Schauspielhaus.

„Es gibt keine Freiheit, wenn man nicht dafür kämpft“: Pussy Riot am Dienstagabend (17. Mai 2022) in den ausverkauften Münchner Kammerspielen. In einer intensiven, musikalisch zwischen Punk, Electronic und Rap pulsierenden Performance erzählt das Quartett von seinem Protest gegen Putin – und von der Verfolgung durch das Regime. Die Produktion ist stringenter und dichter erzählt als vor vier Jahren. Damals war Aljochina in der Muffathalle zu Gast. Im Schauspielhaus sorgte vor allem Burkot an Schlagzeug und Keyboard für einen stabilen, treibenden Sound, den ihre Kolleginnen für ihren bitteren Bericht aus Putins Russland nutzten. Bereits vor Beginn des heftig gefeierten und immer wieder von Szenenapplaus unterbrochenen Auftritts kam es zu Anti-Putin-Protesten im Publikum. Im Balkon wurde die Flagge der Ukraine entrollte sowie das Spruchband „Say No to Putin“.

Blick in die Münchner Kammerspiele vor dem Auftritt von Pussy Riot.
Anti-Putin-Protest in den Münchner Kammerspielen. © Oliver Bodmer/Münchner Merkur

Am Vormittag gaben Aljochina und Burkot eine Pressekonferenz, bei der sie hart mit der europäischen Abhängigkeit von russischem Gas und Öl ins Gericht gingen. „Europa sponsert diesen Krieg durch den Kauf von Öl und Gas“, erklärt Aljochina. Für sie ist das völlig unverständlich, da im russischen Fernsehen quasi täglich zur Primetime darüber diskutiert werde, welche europäischen Städte Russland mit Atombomben angreifen könne. „Wie könnt ihr solche Leute bezahlen?“

Pussy Riot in den Münchner Kammerspielen: Maria Aljochina.
Pussy Riot in den Kammerspielen: Maria Aljochina berichtet vom Terror im Straflager. © Oliver Bodmer/Münchner Merkur

Pussy Riot waren auf Einladung der Münchner Kammerspiele, der Friedrich-Naumann-Stiftung sowie der Thomas-Dehler-Stiftung in München. (Noch mehr zu den Münchner Kammerspiele? Lesen Sie hier unser Interview mit Intendantin Barbara Mundel.)

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