1500 prominente Gäste im Mathäser

Das Münchner Filmfest ist eröffnet

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Nina Eichinger eröffnete das Münchner Filmfest.

München - Am Freitagabend wurde das Münchner Filmfest eröffnet. 1500 Gäste hatte Festivalchefin Diana Iljine ins Mathäser eingeladen. Der Eröffnungsfilm war "Die Karte meiner Träume."

Diese Eröffnung verdient wahrlich den Namen Gala! Hochkarätige Gäste, elegante Kleider und ein Film, der zum Träumen einlädt – der Auftakt des 32. Münchner Filmfests ist Festivalchefin Diana Iljine am Freitagabend perfekt gelungen.

1500 Gäste hat sie ins Mathäser-Kino geladen, die sich alle auf die bevorstehenden Filme, Premieren und natürlich Partys freuen. „Für mich ist das Münchner Filmfest immer ein Highlight, denn hier herrscht eine lockere Atmosphäre, die sich auf alle überträgt“, schwärmt Schauspielerin Sonja Kirchberger. Und ja, im Gegensatz zur Berlinale sei hier in München auch immer das Wetter besser ...

Ein Grund mehr, sich schön anzuziehen. Barbara Meier, Topmodel-Gewinnerin, kam extra im langen (!) Abendkleid. „Die Chefin, Diana Iljine, hat sich ja gewünscht, dass man wieder eleganter kommt“, so Meier.

Langes Kleid hin oder her – einer hat allen schönen Frauen und wichtigen Männern auf dem roten Teppich die Schau gestohlen: der elfjährige Schauspieler Kyle ­Catlett. Hochbegabt, mehrsprachig und vor allem frech und vorwitzig! Er ist der Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms Die Karte meiner Träume des französischen Regisseurs Jean-Pierre Jeunet. Der hat übrigens vor 13 Jahren mit Die fabelhafte Welt der Amélie schon einmal das Münchner Filmfest eröffnet und das hat ihm damals großes Glück gebracht.

Jetzt, in seinem 3D-Werk Die Karte meiner Träume, schildert er die abenteuerliche Reise eines hochbegabten Jungen von Montana in die US-Hauptstadt Washington. Für Hauptdarsteller Kyle ist Jeunet jedenfalls schon mal „der beste Regisseur der ganzen Welt“. Auf jeden Fall aber kann er Träume zumindest für ein paar Stunden wahr werden lassen ...

Premiere für Seppi Schmid

„Ich habe davon geträumt, dem Nachkriegsdeutschland zu entkommen und ins Ausland zu gehen“, gesteht Filmstar Udo Kier nachdenklich. In London, Rom, Paris und schließlich in Amerika feierte er Erfolge mit seinen Filmen. Aber auch einen ganz konkreten, käuflichen Traum konnte sich der Fassbinder-Star mit den stechend blauen Augen mittlerweile erfüllen: „Ich habe mir einen Mercedes 190 SL gekauft und vors Fenster gestellt. Wenn ich morgens meinen Kaffee trinke, dann kann ich ihn anschauen.“ Ein wahrgewordener Traum aus Blech also. Seine Filmpreise dagegen räumt Kier nicht so einen Logenplatz ein. Im Badezimmer hebe er sie auf, so Kier, der jetzt beim Münchner Filmfest den CineMerit Award entgegen nehmen wird.

Dass sie einmal so eine Filmgröße wie Udo Kier auszeichnen darf, das hätte sich Diana Iljine nicht träumen lassen. Sie durfte nämlich als Kind so gut wie nie Filme schauen, ihre Eltern konnten das mit der Waldorfpädagogik nicht vereinbaren. „Später bin ich dann zum Filmfreak geworden.“ Was man von Ministerpräsident Horst Seehofer nicht wirklich behaupten kann: Er sei zum ersten Mal, seitdem er Ministerpräsident ist, wieder in einem Kino, gestand er bei seiner Eröffnungsrede – und erntete die ersten Lacher.

Eine persönliche Premiere feierte an diesem Abend Bürgermeister Seppi Schmid. 20 Jahre lang hatte Oberbürgermeister Christian Ude zusammen mit dem jeweils amtierenden Ministerpräsidenten das Filmfest eröffnet – jetzt wäre Neu-OB Dieter Reiter dran gewesen, der allerdings von Seppi Schmid derzeit vertreten wird.

Das Star-Aufgebot am roten Teppich und später beim Empfang im Festaal des Bayerischen Hofes war übrigens beeindruckend: ­Senta Berger, die zum ersten Mal seit ihrer Lungenentzündung und langen Reha-Phase wieder öffentlich auftrat, kam mit Ehemann Dr. Michael Verhoeven, Nina Eichinger, die charmant durch den Abend führte, Heinrich Schafmeister („Ich träumte davon, Opernsänger zu werden, bin aber dann auf die schiefe Bahn geraten und Schauspieler geworden.“), Philipp Sonntag („Ich träumte davon, den Nanga Parbat zu besteigen, dann wollte ich Pfarrer werden. Jetzt träume ich davon, Theaterstücke zu schreiben.“), Festival-Jurymitglied Max Moor, Peri Baumeister, Bibiana ­Beglau, Oliver Berben, ­Johanna Bittenbinder, Willy Bogner, Fuzzi Garhammer, John Eaves, Christa Kinshofer, David Dietl, Götz Otto, Julia Koschitz, Dieter ­Kronzucker, Antje Katrin Kühnemann, Andreas ­Giebel, John Friedmann, ­Eisi Gulp, Brigitte ­Hobmeier, Sir Peter Jonas, Jule Ronstedt, Katharina Schüttler, Anna Maria Sturm, Rosalie Thomass, Loni von Friedel, Friedrich von Thun, Wim Wenders und August Zirner, Ilse Neubauer, Franziska Walser und Otti Fischer, der kurz bevor die Kinotüren geschlossen wurden noch hineinschlüpfte.

Ulrike Schmidt

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