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Münchner Kammerspiele: Wuchtiges Konzert mit Pari San

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Von: Michael Schleicher

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Szene aus der Performance „Anima/Psyche“ an den Münchner Kammerspielen.
Kraftzentrum des Abends an den Münchner Kammerspielen: Pari Eskandari. © Omar Zaki/Münchner Kammerspiele

„Anima/Psyche“ heißt die wuchtige Live-Performance von Pari Eskandari, die jetzt an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde. Lesen Sie hier unsere Premierenkritik:

Ihre Stimme ist längst weiter, surft auf treibenden Beats vorwärts, schraubt sich in die Höhe, lotet Tiefen aus. Pari Eskandaris Körper aber wird festgehalten, ist eingefangen, eingewickelt von langen, roten Gummibändern. Am Ende, nach einer – nicht nur für die Künstlerin – intensiven Stunde, hat sich die Sängerin befreit. Freigesungen, freigetanzt, freigekämpft.

Die Münchner Kammerspiele haben „Anima/Psyche“ koproduziert

Mit „Anima/Psyche“ haben die Münchner Kammerspiele eine eindrucksvolle Uraufführung in die Therese-Giehse-Halle gewuchtet. Es ist ein Abend, der schillert zwischen Konzert, Theater, Performance, Videokunst. Das Energiefeld in dessen Zentrum: Pari Eskandari, Sängerin, Komponistin, Produzentin. Als Dreijährige musste sie mit den Eltern aus Teheran fliehen. Sie studierte zunächst an der Düsseldorfer Kunstakademie, dann Jazz in Hamburg und Freiburg. Mit Paul Brenning gründete sie schließlich das Duo Pari San.

Ihre Performance „Anima/ Psyche“ basiert auf fetter elektronischer Musik, die immer dann besonders spannend klingt, wenn persische Elemente hineinkomponiert sind. Fabelhaft ist die präzise Abmischung der Sounds, Beats, Stimmen und Geräusche durch die Tontechnik des Theaters; der glasklare Klang trägt viel zum Gelingen der Premiere am Donnerstag bei.

Die Tontechnik der Kammerspiele mischt fabelhaften Sound

Zudem zaubert Frieder Weiss auf sechs gestaffelt gestellte Leinwände seine Bühnenbilder, die auf die Musik sowie auf Gesang und Bewegungen reagieren. Gleich einem Rorschachtest folgen die Einspielungen der Sängerin auf ihrer Seelenwanderung – und machen den Abend zu einem Erlebnis für Augen, Ohren, Herz. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kammerspiele wissen, welchen Schatz sie hier haben – und ihn noch oft in den Spielplan heben.

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