in Ingolstadt

Napoleons Spuren in Bayern: Landesausstellung zeigt 400 Exponate

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Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eröffnete die Landesausstellung "Napoleon und Bayern" am Mittwoch in Ingolstadt. 

Ingolstadt - Er hat Spuren hinterlassen in Bayern. 200 Jahre danach zeigt die Landesausstellung Licht und Schatten der napoleonischen Ära. Über 50.000 Soldaten verloren ihr Leben, die Bevölkerung litt dramatisch unter dem Krieg. Viele Exponate kommen aus französischen Museen.

Für die diesjährige Landesausstellung ist Napoleon Bonaparte wieder nach Bayern eingezogen. „Mag Napoleon geschichtlich kontrovers beurteilt werden, seine Spuren sind bis heute im Freistaat sichtbar“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der Eröffnung der Schau am Mittwoch in Ingolstadt. Als Beispiele nannte er das vergrößerte bayerische Territorium und die Entstehung des modernen Verfassungsstaates.

Die vom Haus der Bayerischen Geschichte konzipierte Ausstellung „Napoleon und Bayern“ dauert bis 31. Oktober. Sie widmet sich der wechselvollen Geschichte des französischen Kaisers und seines Verbündeten Bayern. An die 400 Exponate, Inszenierungen und Mitmachstationen nehmen die Besucher mit ins frühe 19. Jahrhundert. Das Gedenken an 200 Jahre Schlacht bei Waterloo und die Neuordnung Europas im Wiener Kongress von 1814/1815 mit der folgenden langen Friedensperiode waren Anlass der Ausstellung. Zur Schau ist ein bebilderter Katalog erschienen.

Eines der kostbarsten Exponate ist ein Zweispitz. Der Hut war das Markenzeichen Napoleons (1769-1821). Zu sehen ist im Neuen Schloss auch das Blechtagebuch eines Soldaten, der von dem Feldzug berichtet, oder ein Sack mit Loskugeln, die darüber entschieden, ob ein junger Bauer zum Militär eingezogen wurde oder nicht. Das schwere Leben eines Infanteristen können die Besucher hautnah erfahren: In der Ankleidestation darf jeder Mantel, Helm und Tornister anziehen. Viele der Exponate stammen aus französischen Museen.

Nach Überzeugung von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) präsentiert die Landesausstellung die napoleonische Ära Bayerns, „wie sie wirklich war: mit Licht und Schatten“. Über 50 000 bayerische Soldaten hätten ihr Leben verloren, die Zivilbevölkerung habe dramatisch unter dem Krieg gelitten. „Zugleich aber übernahm Bayern in seiner Verfassung die Idee vom Recht als Grundlage für das Zusammenleben von Menschen“, sagte der Minister.

Der Direktor des Haus der Bayerischen Geschichte lieferte die historische Einordnung zum Ausstellungsthema. „Im Zeitalter des Nationalismus schämten sich viele des Bündnisses mit Napoleon, auch wenn sie den Kaiser heimlich bewunderten“, sagte Richard Loibl. Den Preis für die Königskrone und den modernen Staat hätten die Menschen bezahlt. „Für die Bayern bedeutete die napoleonische Ära zwei Jahrzehnte permanenten Kriegszustandes“, erläuterte Loibl bei der Eröffnungsfeier.

dpa

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