Auftritt im Brunnenhof

Nasser Seebär: Konzertkritik zu Axel Prahl

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Axel Prahl, hier auf einem Archivfoto.

München - "Blick aufs Mehr" heißt die erste Platte von Schauspieler Axel Prahl ("Tatort"). Bei seinem Konzert im Brunnenhof blickte der 54-jährige Ost-Holsteiner auf viele Regenschirme und Capes.

„Bei uns im Norden bezeichnet man das als erhöhte Luftfeuchtigkeit“, sagt er, nachdem er zunächst allein mit Gitarre die Bühne betreten hat.

Viele der rund 500 Kartenkäufer sind aufgrund des Schmuddelwetters nicht gekommen. Wer dem Regen trotzte, wurde belohnt. Mit einem gut aufgelegten Prahl im Ringelshirt, mit Weste und schlohweißem Vollbart. Ganz der Seebär. Aber auch sein Inselorchester unter Danny Dziuk zeigt sich spielfreudig. Es gibt deutschen Pop, Rock, Blues, Schlager, Jazz, Swing, Balladeskes, Chansons. Dazu gesellen sich teils famose Coverversionen von Songs der Beatles, von Annett Louisan, Roy Black und Rio Reiser. Man spürt: Der frisch verheiratete Wahl-Berliner erfüllt sich mit der Musik gerade einen Kindheitstraum.

Prahls Stimme: so rau wie das Wetter, noch etwas heiserer als sonst („Die Klimaanlage im Hotel“). Einziges Ärgernis: eine 20-minütige Pause just in dem Moment, als es kurz zu regnen aufhörte. Danach verließen immer mehr frierende Zuschauer den Brunnenhof. Das Häufchen, das sich am Ende vor der Bühne zusammengerauft hatte, bekam eine Zugabe, einen Blick aufs Mehr.

M. Mach

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