Nicht auszuhalten: Radio-Legende Skasa hört beim BR auf

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Kultur im besten Sinne: Michael Skasa

München - Nach vierzig Jahren beim Bayerischen Rundfunk, mit unglaublichen 2000 Sendungen, hört Kult-Moderator Michael Skasa auf. Warum er nie wieder vors "Sonntagsbeilage"-Mikro tritt:

„Ich habe meine Sonntage nach seiner Sendung eingeteilt“, sagt ein Silvestergast, und damit ist er nicht allein: Vor 11 Uhr war auch mit mir und mit Tausenden anderen Radio-Hörern an einem Sonntag nichts zu verabreden; da hatten wir den Skasa - unverpassbare Pflicht- und Luststunde. Seine Sonntagsbeilage - der Glücksfall auf BR2. Vierzig Jahre lang, mit unglaublichen 2000 Sendungen. Was er da trieb? Feuilleton im eigentlichen Wortsinn. Den leichthändigen Umgang mit, nun ja: Bildung (wenn man das Wort noch aussprechen darf, ohne politically incorrect gescholten zu werden). Der Vielleser Michael Skasa brachte in jeder Sendung, erstaunlich aktuell und unterhaltsam, seine Lesefrüchte quer durch die Weltliteratur in Zusammenhang mit den Themen, die gerade in der Luft lagen und fügte Aspekte hinzu, die Leitartikel und Reportagen eben nicht liefern.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

Jedes Textstück wurde mit der dazu passenden Musik „verabschiedet“, und das war immer - ob alter Schlager, ob irgendetwas aus dem Musikarchiv - das Tüpfelchen auf dem „i“. Ernste und heitere Themen - das Leben eben, wie es sich dem Skasa und dann auch seinen Hörern darstellte. Mit Vorfreude auf jede Sendung, berührt, zum Lachen gebracht, folgte man ihm, dieser einmaligen Mischung aus Hommes de Lettres und großem Kindskopf, wohin er einen mit seinen fabelhaften Sprechern auch lockte. Und nun soll Schluss sein. Bloß, weil er 70 ist? Gottschalk-Nachfolge ungeklärt, Bundespräsident mit Wackelkontakt, der Euro auch nicht das, was er sein sollte, und nun noch der Skasa weg. Nicht auszuhalten!

Beate Kayser

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