So war der erste Abend in der Olympiahalle

Night of the Proms: Was für ein fideles Fest!

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Natasha Bedingfield konnte immerhin ausschnittsweise überzeugen.

München - Nun singet und seid froh! Die Night of the Proms, der klingende Christkindlmarkt, ist wieder in der Stadt.

Nach einer rauschenden Premiere am Freitag in der Münchner Olympiahalle geht’s Samstag und Sonntag weiter. Es gibt viel Frisches bei der fidelen Fete, darunter die hinreißende neue Weihnachts-Leaderin, Dirigentin Alexandra Arrieche aus Brasilien. Bei ihr klingt Tschaikowskis „Capriccio italiano“ nach Italien, schaut aber aus wie Samba. Als adventliches Gesamtkunstwerk bleiben die Proms unschlagbar. Wer hier Last Christmas Spaß hatte, wird es auch dieses Weihnachten nicht bereuen.

Den ersten Schreck gibt’s gleich zu Beginn: Robert Groslot, Kult-Dirigent mit fast 1.000 Auftritten und noch viel mehr Einsätzen, hat sich pensionieren lassen. Doch sein Ersatz ist spektakulär: Maestra Arrieche platzt schier vor Energie, singt, summt, tanzt jedes Stück mit. Magischer Orchester-Moment: Die Musik aus „Game of Thrones“ zu spielen, ist eine brillante Idee.

Wie gewohnt, steht „das Beste aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert, und von heute“ auf dem Programm. Nach dem Streicher-Trio „Time for Three“, quasi den Drillingsbrüdern von David Garrett, hat die umwerfendste Stimme des Abends ihren frühen Auftritt. Stefanie Heinzmann aus der Schweiz, die Alpen-Anastacia, lässt mit einer tiefenentspannten Version von „My Man Is A Mean Man“ und mit „I Want You Back“ einer stillen Nacht keine Chance. Wenn die Trompeten von Jericho mal versagen, singt eben Stefanie die Mauer nieder. Klasse!

Pop-Sternchen Natasha Bedingfield macht eher den Augen Freude – sie setzt auf Dekolleté mit Schuss, und kann ausschnittsweise überzeugen. Danach reißt Ex-Teeniestar Ronan Keating die Zuschauer mit „Life Is A Rollercoaster“ von den Sitzen. Nach Redaktionsschluss sind dann noch die Veteranen Jim Kerr und Charlie Burchill von den Simple Minds angesagt – nicht unbedingt der aufregendste Act der Proms-Geschichte. Macht aber nichts: Wer einmal mitpromst, kommt laut Statistik zu 85 Prozent wieder. So wird’s auch bleiben. Mit Ex-Supertramp-Sänger Roger Hodgson ist der erste Star schon gebucht, wenn es 2017 vielleicht heißt: It’s snowing again!

Jörg Heinrich

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