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Da strahlt die Nacht

Die Night of the Proms gastiert am Wochenende in München

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Klassik trifft Pop: Die „Night of the Proms“ in der Barclaycard Arena in Hamburg.

Buntes Lichtermeer, Klassik-Dauerbrenner und Pop-Evergreens: Die Night of the Proms feiert heuer mit erhöhter Hit-Dichte - Tourstart war in Hamburg, am Wochenende gastiert sie dann in München.

München - So groß war der Altersspagat noch nie bei der Night of the Proms. Zwischen der Pianistin Emily Bear und Peter Cetera liegen 57 Jahre. Die 16-jährige Solistin durfte den Abend starten und war immer wieder in Duetten zu sehen – begleitete Roger Hodgson (57) beim Logical Song, stahl JohnMiles (68) das Intro zu Music und lieferte mit ihm den Höhepunkt des Abends: die Verschmelzung von Eric Carmens All By Myself mit Rachmaninows zweitem Klavierkonzert (zweiter Satz). 

Für das Publikum war Schwelgen in Melodien angesagt. Als Erster öffnete Peter Cetera (73) die Erinnerungstruhe mit Glory of Love, ging zurück zu If You Leave Me Now und ließ sich zum legendären 25 or 6 to 4 hinreißen. 30 Jahre war Cetera nicht mehr in Deutschland.„Zu lange“, gestand er. Das will er nun ändern. Roger Hodgson hingegen ist ein alter Proms-Kempe, der zum fünften Mal mit von der Partie ist. Mit Hits wie Breakfast in America und Dreamer konnte der Brite die Nostalgie-Show schwelgend nach Hause fahren.

Brachten das Publikum zum Tanzen: John Magiriba Lwanga (l) und Mateo Jasik von der Band "Culcha Candela".

Alterstechnisch mittendrin befinden sich Mel C (43), die mit ihrem First Day Of My Life zeigen konnte, dass sie sich erfolgreich von den Spice Girls emanzipiert hat, und die deutsche MestizoTruppe Culcha Candela. Die überforderte zwar mit ihrer Anweisung „Sieben Schritte nach links,sieben nach rechts“ das Publikum, aber brachte es trotzdem sofort zum Tanzen. 

Eine Person muss alles im Rhythmus halten. Bei der Dirigentin Alexandra Arrieche laufen alle Blicke zusammen. Sie koordiniert Orchester, Chor, Band und Solisten, lässt sich dabei selbst immer wieder zum Tanzen verführen. Bei der diesjährigen Hit-Dichte sogar recht häufig…

Mit viel Emotion am Dirigentenpult

Das Schwierigste für Dirigentin und Orchester ist heuer der „App-Gag“: Der Moderator tut so, als könne er die Musik per Tablet steuern. Dies umzusetzen, so Alexandra Arrieche beim Gespräch mit der tz, sei eine Herausforderung gewesen. „Vor allem die schauspielerische Seite“, lacht sie. Dass sie der Angelpunkt des ganzen Zaubers auf der Bühne ist, weiß die 36-jährige Brasilianerin bewusst. Ihr Motto: „Die Musik muss immer zuerst kommen. Dann können wir über Spaß sprechen.“

Dass sie aber eine strenge Dirigentin sei, weist Alexandra Arrieche von sich. „Es gibt nichts Schlimmeres als Dirigenten, die Musiker beim ersten Fehler ermahnen. Wenn die Musik passt, können wir über Gags sprechen, wie eben die App-Geschichte.“ Dann kommt auch richtig Spaß im Orchester auf. Für die Dirigentin kommen allerdings noch andere Unbekannte für die musikalische Gleichung infrage: Emotionen. 

Der britische Musiker John Miles und die britische Sängerin Melanie Chisholm. 

„Jeder Musiker im Orchester kann mit seinen Emotionen den Abend verändern.“ Wie Arrieche eben auch. Sie erzählt, wie ihre Familie zum ersten Mal aus Brasilien kam,um die jüngste Tochter auf  der Bühne zu sehen. „Ich habe das Orchester vorgewarnt, dass sie nicht erschrecken sollen, wenn ich dann weinen muss. Und so war es auch.“ Und während sie das erzählt, steigen bei Alexandra Arrieche wieder die Tränen hoch. Mit viel Emotion am Dirigentenpult zusammen. Sie koordiniert Orchester, Chor, Band und Solisten, lässt sich dabei selbst immer wieder zum Tanzen verführen. Bei der diesjährigen Hit-Dichte sogar recht häufig…

Pianistin Emily Bear

Die Proms in der Münchner Olympiahalle

Drei Tage ist die Night of the Proms in der Olyhalle: am Freitag (8.12.) und Samstag (9.12.) jeweils um 20 Uhr, am Sonntag (10.12.) um 15 Uhr. Die Karten kosten zwischen 53 und 88 Euro. Es gibt auch VIP-Tickets mit Verköstigung und Extras zu 285 Euro.

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