Auszeichnung für sein Lebenswerk

Nikolaus Harnoncourt: "Echo-Preis ist verdächtig"

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„Ich mache ja noch Sachen. Wenn ich das, was ich ab Montag mache, nicht mehr zum Lebenswerk gehört – da stimmt doch was nicht, oder?“ Das sagte Dirigent Nikolaus Harnoncourt übe den Echo-Preis, den er für sein Lebenswerk bekommt.

München - Mit Ironie hat der Dirigent Nikolaus Harnoncourt die Verleihung des Echo-Klassik-Preises für sein Lebenswerk kommentiert: "Zu diesem Zeitpunkt ist der Preis mir schon verdächtig."

Das sagte der 84-Jährige dem Münchner Merkur. „Ich mache ja noch Sachen. Wenn ich das, was ich ab Montag mache, nicht mehr zum Lebenswerk gehört – da stimmt doch was nicht, oder?“

Der Echo Klassik wird an diesem Sonntag im Münchner Gasteig verliehen. Kritisch äußerte sich Harnoncourt zur Entwicklung des Internets. „Am Schluss glauben die Leute, sie müssten gar nix mehr wissen, weil alles irgendwo zu googeln ist.“ Zudem beklagte der Österreicher im Merkur-Gespräch den Zustand des Erziehungssystems: „Die Kinder wachsen auf ohne Kunst. Es gibt nur ein Ziel, und das heißt funktionieren. So schnell wie möglich brauchbar werden.“ Heutzutage würden die Menschen zu „Arbeitsameisen“ erzogen.

Dass er gerade eine Mozart-CD mit dem Klaviervirtuosen Lang Lang veröffentlicht hat, findet Harnoncourt nicht ungewöhnlich. „Er ist nicht der bloße Entertainer, sondern ein hochmusikalischer, kluger Mensch, vergleichbar für mich mit Friedrich Gulda. Ich bin auch gerne der Entertainer. Ich hätte kein Problem damit, Kabarettist zu sein.“

Markus Thiel

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