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Bier ist sein Kraftquell

Obacht, Superhelden! Jetzt kommt „Tracht Man“

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Der Münchner Chris Kloiber zeichnet einen starken Bayer.

Öha! Hier sehen Sie die bayerische Antwort auf etwaige Comic-Superhelden aus den Vereinigten Staaten. Der Tracht Man braucht allerdings keine gelbe Sonne als Kraftquell, sondern – Bier. Bevorzugt bayerisches, damit er seine Superkräfte voll zur Entfaltung bringen kann.

München - „Der Tracht Man“, sagt dessen Erfinder Christopher Kloiber (30), „bringt Basiskräfte mit, die auch Superman hat: Stärke, Ausdauer, Schnelligkeit. Aber nur durch das Bier erhält er zusätzliche Kräfte, je nach Bedarf. Beim Bockbier wachsen ihm zum Beispiel Hörner, mit denen er Gegner aus Stein bezwingen kann.“

Also, liebe Kinder: viel Bier trinken, oder wie? Nein, nein, der Tracht Man sei kein Buch für künftige Alkoholiker: „Der Tracht Man ist nicht blau. Nur ein Schluck aus der Flasche reicht, quasi als Nahrungsmittel. Im Comic kommt auch wenig Gewalt vor, kein Rassismus – er ist für alle Altersstufen geeignet“, beruhigt der Künstler.

Wie er auf die Idee kam? „Ich finde, das liegt eigentlich nahe. Ein bayerischer Superheld mit Vorliebe für Bier als Powerdrink.“ Der Unterschied zu Superman & Co. sei außerdem, dass sein Held nicht von vorn­herein so gut wie unbezwingbar ist („Da fand ich Superman immer ein bisschen langweilig“). „Der Tracht Man ist recht charismatisch und versucht immer, brenzlige Situationen ohne Gewalt zu lösen. Aber wenn es ein böser Charakter nötig hat und es ansonsten nichts hilft, dann setzt es eine Tracht Prügel.“ Der Trachten-Turbo agiert bayernweit und schwebt hoch über unserem Freistaat per Doppelzeppelin, der den klangvollen Namen „Oktoberfestung“ besitzt. Wenn’s irgendwo brennt, dann springt er ab und sorgt dafür, dass das Gute siegt. An Bord des Luftschiffs: verschiedene Biere, klar. Und sein bester Spezl, der Student Kurt, dem der Held einst bei einem Autounfall das Leben rettete. Kurt versorgt den Tracht Man mit der jeweils passenden Biersorte, weil der das ja nicht permanent mitschleppen kann. Per Wurf aus dem Zeppelin.

Seit 2008 erfüllt sich Kloiber seinen Lebenstraum als Comic-Künstler. „Das Schwierigste“, sagt er, „ist eine gute, spannende Geschichte zu entwickeln, die nachvollziehbar ist und den Helden markant zeichnet.“ Der Tracht Man wird in verschiedenen bayerischen Städten für Recht und Ordnung sorgen – klar, überall gibt es das Böse –, die ersten beiden Folgen lang in München. Die erste am Marienplatz, die zweite auf dem Oktoberfest. Danach soll es etwa nach Bamberg gehen – die Stadt kennt der 30-Jährige sehr gut, schließlich wohnt hier seine Freundin, dann nach Nürnberg, Ingolstadt, Augsburg… Und seine Heimat Erding kommt in einem vierseitigen Kurzcomic vor, der gerade koloriert wird.

Um das jeweilige Lokalkolorit zu schnuppern und möglichst packende, authentische Zeichnungen anfertigen zu können, bereist Kloiber die Städte. „Am besten ist es natürlich, wenn man hier gleich wohnen kann“, grinst er. Kann er zumindest in Bamberg. „Ich fotografiere jede Ecke und jeden Winkel aus verschiedenen Perspektiven, die für den Comic interessant werden könnten.“

Los ging Kloibers Comic-Begeisterung vor 21 Jahren. „Damals habe ich den Batman im Supermarkt gesehen und sofort gekauft.“ Und, ist sein Held in Lederhosn eigentlich sympathisch? Er sieht, nun ja, als echter Kraftlackl eher bedrohlich aus – bei 1,95 Metern und 160 Kilogramm Masse. „Unbedingt! Schließlich ist er ein Superheld.“ Einige Charakter­eigenschaften? „Er ist temperamentvoll, gütig und ein Mann der Tat.“ Wie der Bayer halt so ist, und sei’s auch nur bei der Frage, ob er noch ein Bier bestellen soll. Zum Wohl der Welt.

Der „Tracht Man“ erscheint am 27. Mai (24 Seiten, 4,90 Euro) und wird auf der „German Comic Con“ in München vorgestellt (27./28. Mai). Mehr Infos: www.trachtman.de und facebook.com/trachtman.de.

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